Bahn und Gewerkschaft wollen Tarifvertrag unterschriftsreif machen

Der Vorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivfuehrer (GDL), Manfred Schell, sieht am Mittwoch in Berlin nach Pressekonferenz zu den abschliessenden Tarifverhandlungen mit der Deutschen Bahn auf seine Uhr.
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Der Vorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivfuehrer (GDL), Manfred Schell, sieht am Mittwoch in Berlin nach Pressekonferenz zu den abschliessenden Tarifverhandlungen mit der Deutschen Bahn auf seine Uhr.

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31. Januar 2008, 08:12 Uhr

Berlin - Im Tarifkonflikt bei der Bahn ist eine Einigung mit der Lokführergewerkschaft GDL erreicht. Für eine endgültige Beilegung des seit zehn Monaten schwelenden Konflikts sind aber noch wichtige Fragen zu klären.

Heute wollen die GDL und der Konzern den Text eines Lokführer-Tarifvertrags unterschriftsreif machen. Darauf hatten sich beide Seiten am Mittwoch in Berlin verständigt. Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) rief dazu auf, nun auch „die letzten Hürden aus dem Weg zu räumen“. Damit der Vertrag am 1. März in Kraft treten kann, muss sich die GDL noch mit den größeren Gewerkschaften Transnet und GDBA verständigen. Dabei geht es um Regeln für eine Kooperation aller Gewerkschaften untereinander.

Der Vertrag enthält die Eckpunkte, die Schell und Bahnchef Hartmut Mehdorn am 12. Januar bei einem Treffen mit Tiefensee vereinbart hatten. Demnach bekommen die Lokführer 800 Euro Einmalzahlung. Von März an sollen die Einkommen dann um acht Prozent erhöht werden, von September an um weitere drei Prozent. Der eigenständige Tarifvertrag für Lokführer soll wie fünf weitere Einzelverträge für andere Berufsgruppen unter das Dach eines allgemeinen Basis-Tarifvertrags gestellt werden.

Schell räumte ein, dass noch mit Transnet und GDBA abgesprochen werden müsse, wer künftig für rund 3000 Lokrangierführer zuständig sei. Zudem gebe es noch keine Verständigung, ob Tochtergesellschaften wie die DB Zeitarbeit in den Geltungsbereich des Tarifvertrages fallen. Offen sei auch, wie neu eingestellte Lokführer eingestuft werden sollen. Diese Fragen sollten in Gesprächen mit den Spitzen der anderen Gewerkschaften und Mehdorn gelöst werden.

Der schwerste Tarifkonflikt in der Unternehmensgeschichte der Deutschen Bahn hatte im März 2007 begonnen. Die GDL hatte während der Auseinandersetzung mehrmals bundesweit gestreikt.

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