Nach Rausschmiss in Henningsdorf : Bahn entschuldigt sich bei Mutter

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Die Deutsche Bahn hat sich offenbar bei der Mutter entschuldigt, die mit ihrem Kleinkind in Hennigsdorf Tag aus dem Prignitz-Express geworfen wurde.

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18. Dezember 2013, 08:00 Uhr

Die Deutsche Bahn hat sich offenbar bei der Mutter entschuldigt, die mit ihrem Kleinkind in Hennigsdorf (Oberhavel) an dem Tag aus dem Prignitz-Express geworfen wurde, als der Orkan „Xaver“ in Brandenburg wütete. „Wir haben die Angelegenheit ganz einvernehmlich geregelt“, teilte Bahnsprecher Holger Auferkamp mit. Ob diese Regelung mit einer Entschädigung für die Mutter verbunden ist, wollte er nicht sagen. Die Bahn schweigt auch darüber, welche Seite stärker zur Eskalation des Streits beigetragen hatte. Es hieß nur, dass „wir uns mit dem Zugbegleiter gründlich ausgesprochen haben“, so Auferkamp.

Der Schaffner hatte sich daran gestört, dass die Frau einen Kinderwagen im Zug so postiert hatte, dass dieser ein Stück in den Gang hineinreichte, der als Fluchtweg gilt. Der Zugbegleiter hatte daraufhin die Bundespolizei gerufen und mit deren Hilfe die Frau samt Kind des Zuges verwiesen. Der Fall hatte deutschlandweit für Schlagzeilen gesorgt. Kritik kam unter anderem vom Infrastrukturministerium in Potsdam. Empört zeigte sich auch der Berliner Fahrgastverband (IGEB). Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) forderte von der Deutschen Bahn eine Stellungnahme.

Das Verhalten des Bahnmitarbeiters wurde jüngst auch im Fahrgastforum thematisiert, zu dem der Verkehrsverbund regelmäßig einlädt. Ein Teilnehmer berichtete dieser Zeitung, dass sich VBB-Geschäftsführer Hans-Werner Franz über den Vorfall empört habe. Er soll zudem kritisiert haben, dass die Deutsche Bahn ihre Zugbegleiter zu wenig schule. Die Weiterbildung soll demnach auf einen Tag im Jahr beschränkt und eher auf technische Aspekte ausgelegt sein. VBB-Sprecherin Elke Krokowski wollte diese Äußerungen weder bestätigen noch dementieren. VBB-Chef Franz war wegen seines Weihnachtsurlaubs nicht erreichbar.

Von Seiten der Bahn wurde bestritten, dass es nur eine Weiterbildung pro Jahr gebe. Die Kundenbetreuer würden mehrfach im Jahr geschult. Die Weiterbildungen würden technische Belange und den Umgang mit Kunden betreffen. Außerdem würden die Schaffner ein Mal im Jahr während ihres Dienstes begleitet, anschließend ihr Verhalten ausgewertet. Darüber hinaus finde ein Deeskalationstraining statt, berichtete Auferkamp.

Auch die alarmierte Bundespolizei war bei dem Fall in die Kritik geraten, weil sie den Willen des Zugbegleiters durchsetzte. Später war bekannt geworden, dass die Beamten Mutter und Kind mit ihrem Dienstwagen zum Ziel fahren wollten. Das scheiterte aber am fehlenden Kindersitz.

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