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17. November 2017 | 20:41 Uhr

„Bahn auf Dauer zu teuer“

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Fahrgastverband warnt vor geplanter Preiserhöhung im Verkehrsverbund

svz.de von
erstellt am 07.Okt.2014 | 18:01 Uhr

Der Fahrgastverband IGEB warnt im Vorfeld der Aufsichtsratssitzung beim Verkehrsverbund Berlin Brandenburg (VBB) vor der neuen Index-Berechnungsgrundlage, an der sich künftig Preisanpassungen im Nahverkehr orientieren sollen. Der VBB-Aufsichtsrat will auf seiner morgigen Sitzung die Ticketpreise zum Januar 2015 um 2,3 Prozent erhöhen und künftige Tarifveränderungen gemäß Index an die allgemeine Preissteigerungsrate koppeln.

Das ist nach Ansicht des Fahrgastverbandes jedoch eine Milchmädchenrechnung und führt dazu, dass Bahnen und Busse – bezogen auf die Kaufkraft der Bevölkerung – in beiden Ländern dauerhaft zu teuer werden: „Unterschlagen wird dabei, dass in anderen Regionen in den alten Bundesländern die Kaufkraft viel höher ist“, sagt IGEB-Vorsitzender Christfried Tschepe. Brandenburger und Berliner müssten demnach mehr arbeiten, „um sich einen Fahrschein oder eine Umweltkarte leisten zu können als beispielsweise Hamburger oder Rosenheimer.“ Die Folge sei, dass in der Region weniger Bus und Bahn gefahren werde als in anderen Städten.

Zuletzt hatte der VBB die Fahrpreise vor über einem Jahr angehoben – und im Jahr 2013 Rekorde bei Fahrgastzahlen und Ticketeinnahmen vermeldet. Die jetzt für Januar angekündigte Erhöhung ist nach Aussage des Fahrgastverbandes auf Bestreben der Potsdamer Landesregierung auf die Zeit nach der Landtagswahl verschoben worden.

Im Schnitt sollen die Tickets zehn Cent teurer werden – eine ABC-Fahrkarte für Berlin würde dann 3,30 Euro kosten. Für den Fahrgastverband bleibt die Preisgestaltung undurchsichtig. Der Index werde zwar nach objektiven Kriterien ermittelt, seine Umrechnung auf die einzelnen Fahrpreise entziehe sich jedoch jeder Überprüfung.

„Es genügt also, wenige, aber viel genutzte Tarifangebote zu verteuern, um die Mehrzahl der Fahrgäste weit über dem Index und damit weit über der Inflationsrate zur Kasse zu bitten“, bemängelt zudem Christfried Tschepe.

VBB-Sprecherin Elke Krokowski will das nicht kommentieren. Sie verweist auf die morgige Aufsichtsratssitzung, auf der auch über die mögliche Einführung des indexbasierten Berechnungsverfahrens entschieden werde.

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