Backhaus für Verbot von Gen-Mais

Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) hat sich für die zügige Prüfung eines Verbots von Gen-Mais ausgesprochen. Außerdem soll eine Kennzeichnungspflicht für Tierprodukte eingeführt werden, die auf Basis genetisch veränderten Futters entstanden sind. Mecklenburg-Vorpommern ist drittgrößter Hersteller von Gen-Mais in Deutschland.

von
19. Februar 2009, 12:00 Uhr

Gegenüber unserer Redaktion sagte Minister Backhaus: "Die Bundesregierung sollte zügig ein Verbot von Gen-Mais prüfen." Die Bauern würden vor der Aussaat eine Entscheidung brauchen. "Wenn es ein Risiko gibt, das von Gen-Mais ausgeht, muss es schnell verboten werden", so der SPD-Politiker. Er forderte darüber hinaus eine Kennzeichnungspflicht für Fleisch und andere Tierprodukte, wenn Gen-Mais als Futter verwendet wurde. "Der Verbraucher muss selbst entscheiden können, ob er solche Nahrungsmittel kauft", sagte Backhaus zur Begründung.

Ohnehin könne nach Ansicht des Ministers auf Gen-Mais verzichtet werden. Denn der einzige Nutzen bestehe in der Resistenz der Pflanze gegenüber einem Schädling der "bei landwirtschaftlich vernünftigem Anbau" nicht auftritt. In einer Vereinbarung mit dem Landesbauernverband hatte das Ministerium bereits mitgeteilt, dass es keine Empfehlung für den Anbau von Gen-Mais ausspreche. Ein generelles Verbot könne das Land allerdings nicht erteilen.

Die Prüfung eines Verbots hatte Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) in Aussicht gestellt. Der "Berliner Zeitung" sagte die Ministerin: "Die grüne Gen-Technik bringt den Menschen hierzulande bisher keinen Nutzen".

Die CDU in Mecklenburg-Vorpommern zeigte sich da rüber verwundert. "Bisher gab es bei der CDU/CSU einen Konsens, der auch vom Bundesagrarministerium mitgetragen wurde, nach dem die Nutzung der grünen Gentechnik nicht blockiert werden darf", erklärte die agrarpolitische Sprecherin Beate Schlupp der CDU-Landtagsfraktion auf Anfrage unserer Redaktion. Die grüne Gentechnik könne Entscheidendes für die künftige Welternährung und die Umwelt leisten. Für den Fall eines Verbotes forderte Schlupp eine Entschädigung für die Bauern.

Für die FDP-Fraktion sagte die Anklamer Abgeordnete Sigrun Reese: "Ein Verbot ist unrealistisch und fortschrittsfeindlich, wir können uns von der Entwickung in der Welt nicht abkoppeln." Dagegen begrüßten Umweltverbände die Überlegungen für ein Verbot. "Wir fordern seit Jahren: Landwirtschaft und Lebensmittel ohne Gentechnik"", sagte Burkhard Roloff vom BUND.

Mecklenburg-Vorpommern ist hinter Brandenburg und Sachsen mit 20 Prozent der beantragten Anbauflächen in Deutschland drittgrößter Produzent von Gen-Mais. An 25 Standorten und auf einer Gesamtfläche von 792 Hektar wurde im Nordosten der Anbau von genverändertem Mais angemeldet. Das sind fast 50 Hektar mehr als im Vorjahr. Felder befinden sich unter anderem in Lohmen bei Güstrow, in Ramin und Löcknitz im Uecker-Randow-Kreis und Blankenhof bei Neubrandenburg.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen