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18. November 2017 | 09:42 Uhr

Babynamen als Zankapfel für die Statistiker

vom

svz.de von
erstellt am 09.Mär.2012 | 07:29 Uhr

Wiesbaden | Jahr für Jahr gibt es Streit in Deutschland, wer die genauere Hitliste der populärsten Vornamen erstellt. Gestern präsentierte die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) ihr Forschungsergebnis für 2011. Doch es wurmt die ehrwürdige Gesellschaft, dass immer schon zum Jahreswechsel der Hobbyforscher Knud Bielefeld aus Ahrensburg seine Liste vorstellt - und damit auf großes Interesse stößt. Für Bielefeld waren 2011 Mia bei den Mädchen und Ben bei den Jungen top.

"Wir haben die Liste, die deutlich präziser ist", nimmt Geschäftsführerin Andrea-Eva Ewels für die GfdS in Anspruch. "Wir sind mit mehr als 500 Standesämtern in Kontakt." Doch geschützt ist die Kür der populärsten Vornamen nicht. Es gibt keine amtliche Namensstatistik in Deutschland.

Es ist auch ein Konflikt zwischen Populärwissenschaft und akademischer Linguistik, zwischen Computerrecherche und dem Papierkrieg mit Behörden. "Ich werte öffentlich zugängliche Quellen aus", sagt der Wirtschaftsinformatiker Bielefeld. Das sind vor allem die Internetseiten von Kranken- oder Geburtshäusern, auf denen die Ankunft neuer Erdenbürger verzeichnet wird.

Mit Helfern sammelt er Monat für Monat die Namen, ergänzt sie um Geburtsanzeigen und die Angaben einiger Standesämter - pünktlich zum Jahresende ist seine Zählung fertig. 2011 erfasste Bielefeld knapp ein Viertel aller Geburten. Bielefelds Gegenspieler bei der GfdS, der Sprachwissenschaftler Lutz Kuntzsch, muss warten, bis das Jahr herum ist. Dann schicken die Standesämter ihre Listen. Für 2011 lieferten 575 Ämter Daten zu. "Wir haben 75 Prozent der Geburten erfasst", sagt er.

Wenn alle Lenas und Pauls ausgezählt sind, liegen die Konkurrenten nicht weit auseinander. Die Top Ten sind bis auf drei oder vier Namen identisch, nur die Rangfolge ist anders.

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