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23. November 2017 | 19:49 Uhr

A 12 wird: : „Autobahn der Freiheit“

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Der Autobahn zwischen Berlin und Frankfurt (Oder) wird eine besondere Ehre zuteil. Die 58 Kilometer lange Strecke wird an diesem Donnerstag den Namen „Autobahn der Freiheit“ erhalten.

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erstellt am 07.Okt.2014 | 13:07 Uhr

Der Autobahn zwischen Berlin und Frankfurt (Oder) wird eine besondere Ehre zuteil. Die 58 Kilometer lange Strecke, die im Bewusstsein vieler Autofahrer wohl vor allem mit ihren zahlreichen Baustellen, den vielen osteuropäischen Lkw und Bussen sowie schweren Unfällen verknüpft sein dürfte, wird an diesem Donnerstag den Namen „Autobahn der Freiheit“ erhalten.

Die Brandenburger CDU-Bundestagsabgeordnete Katherina Reiche, die zugleich Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium ist, wird nahe der Anschlussstelle Frankfurt-Mitte gemeinsam mit polnischen Politikern sowie dem Potsdamer Verkehrsminister Jörg Vogelsänger (SPD) ein rotes Schild mit diesem Namen enthüllen. Die Initiative dazu war von Polens Staatspräsidenten Bronislaw Komorowski ausgegangen, der bereits am 4. Juni mit Bundespräsident Joachim Gauck die Autobahn von Warschau bis zur Oder in „Autostrada Wolnosci“ (polnisch für: Autobahn der Freiheit) umbenannt hatte. Seinerzeit bildete der 25. Jahrestag der ersten freien Wahlen in der Volksrepublik Polen am 4. Juni 1989 den Anlass für die Namensgebung. In Deutschland wurde jetzt der 9. Oktober als 25. Jahrestag der Montagsdemonstrationen in Leipzig gewählt, die das Signal für die friedlichen Veränderungen in der DDR waren.

Um den Hintergrund solch einer polnischen Initiative zu verstehen, muss man berücksichtigen, dass es dem Nachbarland an einem so symbolträchtigen Ereignis wie dem Fall der Berliner Mauer und der damit verbundenen Grenzöffnung mangelt. Während jedoch der schlechte Zustand vieler Straßen ein Symbol für die sozialistische Mangelwirtschaft war, wurden die neuen Autobahnen nach vielen Anstrengungen zum Symbol der Marktwirtschaft und der Verbindung mit Westeuropa. Bis 1989 und noch Jahre darüber hinaus hatte es praktisch keine Schnellstraßen gegeben. Auch die Autobahn nach Warschau war erst wenige Monate vor der Fußball-Europameisterschaft 2012 in Betrieb gegangen.

Die polnische Nord-Süd-Autobahn, die von Danzig bis ins oberschlesische Industriegebiet führt und noch immer nicht ganz fertig ist, erhielt auf Anregung Komorowskis den Namen „Autobahn der Solidarität“ in Erinnerung an die Gewerkschaftsbewegung „Solidarnosc“.

Mit dem neuen großen Namen für die A 12 sind bisher allerdings noch keine weiteren Ausbaupläne verbunden. Zwar hat Brandenburg den sechsspurigen Ausbau der Piste für die Bundesverkehrswegeplanung bereits vorgeschlagen und dies damit begründet, dass im kommenden Jahrzehnt eine weitere deutliche Zunahme des Pkw- und Lkw-Verkehrs zu erwarten ist. Das Vorhaben wird auch von Polen unterstützt. Allerdings gibt es noch keine konkreten Planungen. „Bislang wären ja schon durchgängige Standstreifen auf der gesamten Strecke ein Fortschritt“, sagte ein Sprecher des Infrastrukturministeriums gestern.

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