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22. September 2017 | 02:47 Uhr

Authentisch, atmosphärisch, attraktiv

vom

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erstellt am 26.Mär.2011 | 03:18 Uhr

Ludwigslust | Die Hofdamen sind zwar nicht zu sehen, aber ihre Gespräche sollen im Goldenen Saal des Ludwigsluster Schlosses belauscht werden können. Höfische Atmosphäre mit Hilfe von Audio-Guides schaffen - nur eine von vielen Ideen, die im Zuge der ab September beginnenden fünfjährigen Restaurierungsphase verwirklicht werden sollen. Doch in erster Linie geht es den Planern darum, mit rund elf Millionen Euro Landesmitteln im ersten Realisierungsabschnitt 20 Räume im Ostflügel zu restaurieren, um sie als Ausstattungs- oder Ausstellungsräume den Schlossbesuchern zu präsentieren.

Peter Krohn hat A 4-Blätter auf dem wuchtigen Tisch im Marmorsaal ausgebreitet. Darauf sind Grundrisse der einzelnen Schloss-Geschosse eingezeichnet. Die Farbe Rot nimmt auf diesen Skizzen einen breiten Raum ein. "Rot", sagt der Schlossleiter, "sind die Räume, die restauriert werden". Die vier Herren und drei Damen am Tisch nicken. Sie sind Museumsführer im Schloss Ludwigslust, denen Peter Krohn an diesem Nachmittag erklärt, was sich in den kommenden fünf Jahren alles im Schloss verändern soll.

Schlossleiter rechnet mit jährlich 80 000 Besuchern

Das Konzept ist viele Seiten dick, bis ins kleinste Detail ausgearbeitet und von einer Agentur aus dem schweizerischen Basel erstellt. "Das haben wir uns einiges kosten lassen", erklärt Krohn den Honorarkräften. Immerhin werde ja auch viel Geld in die Hand genommen, um das Schloss noch attraktiver und authentischer zu gestalten. Das Museum zählt jährlich zwischen 50 000 und 60 000 Besucher. "Später, wenn das ganze Gebäude als Museum genutzt werden kann, rechnen wir mit rund 80 000 Gästen pro Jahr", kalkuliert der Schlossleiter. Bleiben Goldener, Marmor- und Gardesaal bis auf Statikarbeiten aus Kostengründen bei den Restaurierungsarbeiten erst einmal außen vor, so werden beispielsweise Speisesaal oder das Schlafzimmer der Herzogin im Ostflügel in Angriff genommen. Die einstigen Bewohner sollen laut Konzept mit Gemälden und anhand ihrer Sammelleidenschaft vorgestellt werden. So sollen die Elfenbeinschnitzereien und die Uhrensammlung präsentiert werden. "2016 soll dann auch eine große Ausstellung des französischen Hofmalers Jean-Baptiste Oudry im Schloss zu sehen sein", sagt Peter Krohn.

Goldener Saal vorübergehend für Veranstaltungen gesperrt

Zu sehen sind jetzt schon Arbeiten im Foyer des Schlosses. Lange Stützen reichen im Zuge der Statikarbeiten vom Boden bis hoch zur Decke. Statik - das ist ein Stichwort, das sich durch die gesamte Bauphase ziehen wird. Deshalb wird der Goldene Saal von September bis Juni/Juli kommenden Jahres für Veranstaltungen auch nicht zur Verfügung stehen,

Während der rund fünfjährigen Bauzeit bleibt der Westflügel für den Publikumsverkehr geöffnet. Nach dem Ende des ersten Bauabschnittes sollen 32 Räume des Schlosses begehbar sein. "Es wird dann zwar auch noch eine große Führung geben, aber wir bieten zudem auch Teilführungen an", schaut Krohn schon voraus. Oft wird den Museumsführern die Frage gestellt, wie viele Räume das Schloss denn insgesamt hat. Rund 100 sagen sie dann. Doch nach der Restaurierung werden es weniger sein. "Die Galerie soll wieder in den ursprünglichen Zustand versetzt werden. Dafür nehmen wir die Zwischenwände heraus", weiß Krohn.

Die Hofmusiker sind zwar nicht zu sehen, aber ihre Musik soll mit Hilfe von Audio-Guides im Marmorsaal erklingen. Das ist Zukunftsmusik für die weitere Erschließung nach dem Jahr 2016 und dem Abschluss des ersten Realisierungsabschnittes. Doch für die weitere Erschließung muss auch eine Anschlussfinanzierung erst noch realisiert werden.

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