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22. November 2017 | 19:36 Uhr

Aufruf zum Denunzieren

vom

svz.de von
erstellt am 19.Apr.2013 | 06:49 Uhr

Jetzt ist der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung endgültig übers Ziel hinausgeschossen. Nachdem er die unselige Diskussion über unnötige Operationen losgetreten hat, fordert der Verband nun dazu auf, unlautere Machenschaften im Gesundheitswesen zu melden. Mit Begriffen wie Tatverdächtige, Tatort und Tatzeit ordnet der Spitzenverband jeden Fall, der ihm über das eigens gestaltete Internetformular zugetragen wird, gleich als kriminelles Delikt ein. Wer seinen Arzt, Physiotherapeuten oder Logopäden anschwärzt, braucht dagegen nicht einmal Angaben zur Person zu machen.

Fakt ist: Korruption im Gesundheitswesen ist zu verurteilen - nach einem Urteil des Bundesgerichtshofes ist sie aber derzeit weitgehend straffrei. Diesen Missstand wollen Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP), aber auch Mecklenburg-Vorpommerns Justizministerin Uta-Maria Kuder (CDU) mit Gesetzesverschärfungen beenden. Das ist der richtige Weg, nicht aber dieser Aufruf zum Denunzieren.

Für Patienten wäre es im Übrigen viel wichtiger, wenn sie ärztliche Fehlbehandlungen und falsche Abrechnungen melden könnten - oder Fälle, in denen ihnen von der Krankenkasse Leistungen verweigert werden.

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