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21. November 2017 | 18:46 Uhr

"Aufhören mit dem Schönreden"

vom

svz.de von
erstellt am 24.Aug.2012 | 07:21 Uhr

Rostock | Die Grünen-Bundesvorsitzende Claudia Roth hat vor einer Verharmlosung der fremdenfeindliche Krawalle von Rostock- Lichtenhagen vor 20 Jahren gewarnt. "Wir wollen, dass das Schönreden und die Relativierung des Rechtsextremismus aufhören", sagte Roth gestern in Lichtenhagen. Roth betonte zugleich, die Westdeutschen sollten nicht die Augen verschließen und mit dem Finger nach Ostdeutschland zeigen und dabei sagen: "Dieses Problem haben wir hier nicht."

Bis zum Sonntag gedenkt Rostock der Ausschreitungen. Zur zentralen Gedenkveranstaltung am Sonntag in einem Zirkuszelt hinter dem Sonnenblumenhaus wird auch der in Rostock geborene Bundespräsident Joachim Gauck kommen.

Nach dem Willen von Flüchtlingshilfsorganisationen muss sich die Bundesregierung für die fremdenfeindliche Krawalle von Lichtenhagen vor 20 Jahren entschuldigen. "Der Pogrom von Rostock-Lichtenhagen steht für ein Zusammenwirken von Stimmungsmache der Politik und einem rassistischen Mob, den man laufen lässt", hieß es gestern bei einer Tagung der deutschen Landesflüchtlingsräte und Organisation Pro Asyl in Rostock. Während 1992 der Bürgerkrieg in Jugoslawien tobte, habe der damalige Bundesinnenminister Rudolf Seiters (CDU) zum Handeln gegen den Missbrauch des Asylrechts aufgerufen, da dies zu einem ungebremsten Zustrom von Flüchtlingen geführt habe. Es sei klar, dass Lichtenhagen ein bundesweites Ereignis war. Die Entschuldigung der Bürgerschaft Rostocks in dieser Woche reiche nicht aus.

Bislang ist nichts über geplante Aktivitäten der rechten Szene am Wochenende bekannt. Allerdings seien in der Nacht zum Freitag zehn Personen aus dem rechten Spektrum gestellt worden, die in Lichtenhagen Plakate an Stromkästen, Müllbehälter und Litfaßsäulen geklebt haben. Gegen die Männer zwischen 20 und 29 Jahren wurden Ermittlungsverfahren eingeleitet.

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