Auferstanden von den Toten

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10. April 2009, 08:58 Uhr

"Der Herr ist auferstanden - er ist wahrhaftig auferstanden". Christen in ganz Deutschland werden sich morgen Früh, am Ostersonntag, mit diesen Worten grüßen. An Ostern feiern sie die Auferstehung von Jesus Christus.

Der biblischen Überlieferung zufolge wurde er an einem Freitag vor dem Sabbat in Jerusalem gekreuzigt, und anschließend in einem Felsengrab bestattet. Doch als am folgenden Sonntag einige Frauen die Einbalsamierung seines Leichnams vornehmen wollten, fanden sie ein leeres Grab vor. In den folgenden 40 Tagen begegneten seine Jünger in den unterschiedlichsten Zusammenhängen dem auferstandenen Jesus - und oft fiel es ihnen ausgesprochen schwer, zu glauben, dass der, dessen Tod sie gerade noch betrauert hatten, plötzlich wieder unter ihnen war.

Heute ist das nicht viel anders. Der Glaube an die Auferstehung von den Toten bleibt eine der herausforderndsten Aussagen des Christentums. Denn rational erklärbar ist sie nicht. Doch gut zwei Drittel der Bundesbürger glauben daran, wie eine kürzlich veröffentlichte Umfrage des "Religionsmonitors" der Bertelsmann-Stiftung belegt.

Folgt man der Umfrage, glauben etwa 32 Prozent der5 Befragten "gar nicht" an ein Leben nach dem Tod. Auch der Apostel Thomas, der immerhin drei Jahre lang Jesus Christus als Freund und Schüler durch das Leben begleitete, bestand darauf, die von den Nägeln der Kreuzigung gerissenen Wunden berühren zu dürfen, bevor er an die Auferstehung Christi glauben wollte. Denn die Überzeugung von der Auferstehung der Toten "übersteigt alle Erfahrung und ist deshalb schwer in Sprache zu fassen", schreibt der EKD-Ratsvorsitzende, Bischof Wolfgang Huber, in seinem im vergangenen Jahr erschienenen Buch "Der christliche Glaube". Auch die biblischen Texte benutzten vielfach Bilder und Metaphern, um "auszudrücken, was eigentlich unsagbar ist: Es gibt ein Leben nach dem Tod."

Huber selbst erinnert an das Vertrauen der Menschen auf Gott, um das Unerklärbare zu erklären. "Menschen fragen, was es bedeutet, dass sie ihr Vertrauen ganz und gar an den Gott hängen, der sich in Christus offenbart hat" und "was es für ihren Tod bedeutet", schreibt Huber. Die Auferstehung Jesu sei die Antwort: "Der Tod behält nicht das letzte Wort." Allerdings könne der Herrschaft des Todes "nicht einfach die Wiederkehr des Lebens entgegengesetzt werden, sondern nur ein neues Leben." Die Auferstehung Jesu "meint den Übergang in eine andere Sphäre, die der raumzeitlichen Struktur enthoben ist." Es gehe nicht darum, im eigenen Körper weiterzuleben. Es gehe um die "Teilhabe an Gottes Ewigkeit", die "vollkommene Gemeinschaft der Verstorbenen mit Gott." Wer daran glaubt, wird morgen Früh, am Ostersonntag, am alten Ostergruß erkennbar sein.

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