Auf Kaperfahrt für Seine Majestät

svz.de von
23. Januar 2013, 09:46 Uhr

Die "Emden" gehörte zur Kaiserlichen Marine und war ein sogenannter "Kleiner Kreuzer" - also ein leicht bewaffnetes Kriegsschiff, das dafür gedacht war, in Übersee "Flagge zu zeigen" und im Ernstfall Handelsschiffe des Gegners aufzubringen. "Kreuzerkrieg" nannte man das. Und die Emden, 1908 vom Stapel gelaufen, war dabei im Herbst 1914 sehr erfolgreich: In nur zwei Monaten brachte sie im Indischen Ozean 29 feindliche Kriegs- und Handelsschiffe auf. Das erregte weltweit Aufsehen. Auch, weil der Kommandant der Emden, Korvettenkapitän Karl von Müller, sich vorbildlich um die Besatzungen der feindlichen Schiffe kümmerte. Als die "Emden" am 9. November 1914 eine Landungsabteilung auf Direction Island, einem Teil der Kokosinseln, absetzte, um dort die britische Funkstation zu zerstören, tauchte während der Unternehmung der australische Kreuzer "Sydney" auf - größer, schwerer bewaffnet und schneller. Kapitän von Müller konnte sein Landungskommando nicht wieder an Bord nehmen und musste nach hartem Gefecht kapitulieren.

Die im Film erzählte Odyssee des Landungskommandos, aber auch die Kaperfahrt und das Gefecht vor den Kokosinseln machten die "Emden" berühmt. Die deutsche Regierung verlieh 1918 allen Besatzungsmitgliedern das Recht, "Emden" als vererbbaren Namenszusatz zu tragen. Und bis heute gibt es in der Deutschen Marine traditionell eine "Emden", derzeit eine Fregatte der Klasse 122. Als Hinweis auf ihre berühmte Vorgängerin trägt sie ein "Eisernes Kreuz" am Brückenaufbau.

Hellmuth von Mücke, der sich mit seinen Männern um die halbe Welt nach Hause durchgeschlagen hatte, schrieb noch 1915 Bücher über seine Erlebnisse, die Bestseller wurden. In den späten 1920er-Jahren war er Mitglied der NSDAP, geriet aber 1929 mit der Nazipartei über Kreuz und vertrat pazifistische Positionen. Nach 1933 saß er zweimal kurz in KZ-Haft. Nach 1945 trat er gegen die "Wiederbewaffnung" der Bundesrepublik ein und starb 1957.

"Emtan" bedeutet in der tamilischen Sprache bis heute so viel wie "gerissener Bursche".

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen