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Splitter : Auf eine kühles Blondes in Bartels-Bier-Bar

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

svz.de von
erstellt am 02.Dez.2015 | 09:20 Uhr

„Zum Wohl“, sagt Konrad Bartels, und das nun schon seit 37 Jahren. Genau seit dem 10. Juli 1978 steht er in Bartels-Bier-Bar hinter dem Tresen, schenkt Bier aus, grillt und kocht Soljanka, tut all das, was ein Wirt eben so tut. Ein Ende ist nicht abzusehen. „Ich brauche meine Gaststätte, brauche die Menschen, mit denen ich mich unterhalten kann“, sagt der 74-Jährige. Bartels ist kein Lindenberger. Er hat da gebaut, ist mit seiner Familie 1972 dort hingezogen. „Es fehlt hier ein Treff, irgend etwas mit Gastronomie“, blickt Bartels zurück. Er, der in der Fahrschule des Kraftverkehrs arbeitete, hatte Lust auf genau so etwas. Aus seiner Garage wurde ein Gastraum, später kam die Tenne dazu. Bartel-Bier-Bar erlangte eine Art Kultstatus. „Es waren tolle Zeiten.“

Ganz so viel wie früher ist bei BBB nicht mehr los. Mittwochs, sonnabends und sonntags hat Bartels geöffnet – und dann kann es schon mal richtig spät werden in der Bier-Bar. Unterstützt wird Bartels von seinem Sohn, mit dem er auch einen Kfz-Teilehandel mit Service betreibt.

Vom einem Bahnhof, der gar keiner ist

Elke Kraft schüttelt den Kopf. Nein, sie wohnt nicht im alten Bahnhof. „Lindenberg hatte gar keinen, auch wenn die Leute es immer erzählen.“ So eine Art Betriebsbahnhof habe es mal gegeben. Der war kaum gebaut, da wurden die Schienen wieder demontiert, gingen als Reparationszahlung nach dem Krieg in die Sowjetunion. Elke Kraft muss es wissen. Sie ist nicht nur Ur-Lindenbergerin, sondern auch Eisenbahnerin und Tochter des Eisenbahnbeamten Hahn. Mit ihm und ihrer Mutter lebte sie in dem Haus direkt an der Lüneburger Bahn zwischen Feld- und Waldhausstraße. Da lebt sie heute noch „Die Leute meinen, das ist der Bahnhof, aber es waren Eisenbahner-Dienstwohnungen.“ Zum Betriebsbahnhof kann die 77-Jährige noch mehr erzählen. Als im 2. Weltkrieg der Wittenberger Nordbahnhof zerstört worden war, mussten Häftlinge eine Umfahrung bauen. Das Gleis kam von Weisen und schloss in Lindenberg an die Lüneburger Bahn, wo zum Rangieren der Betriebsbahnhof entstand.

Lindenberg kann 2016 Geburtstag feiern

Was ist Lindenberg eigentlich? Handelt es sich um einen Ort? Ist es eine Siedlung? Die Meinungen gehen auseinander. Aber auf keinen Fall wollen die Lindenberger ein Anhängsel von Wittenberge sein. Seinen Namen soll der Ortsteil einem Linden bestandenem Berg verdanken, hat Stadtgeschichtler Günter Rodegast vermerkt, als er in der „Prignitzer Heimat“ von 2006 tief in die Geschichte eintauchte. Im nächsten Jahr können die Lindenberger übrigens groß feiern. Die schriftliche Ersterwähnung ist dann nämlich 450 Jahre her.

Damals allerdings gab es noch keine Liaison mit Wittenberge. Lindenberg gehörte zum Ländchen Cumlosen, war Wohnsitz derer von Möllendorf, später Rittergut. Auch 1912 wird Lindenberg noch als Rittergut geführt, ist aber unbewohnt. Langsam geht es dann wieder aufwärts. Für 1925 nennt die Statistik vier Bewohner. Damals gehörte Lindenberg noch zu Motrich. Erst 1965 erfolgte der Wechsel nach Wittenberge. Heute hat der Ort 338 Einwohner. 

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