Auf den Spuren von Brad und Matt

Auf den Spuren der Filmgeschichte durch Berlin - bei Bustouren für Cineasten wird auch der Reichstag angesteuert. (Bild: Videobustour/dpa/tmn)
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Auf den Spuren der Filmgeschichte durch Berlin - bei Bustouren für Cineasten wird auch der Reichstag angesteuert. (Bild: Videobustour/dpa/tmn)

Tarantinos "Inglourious Basterds", Tom Tykwers "Lola rennt": In Berlin spielen zahlreiche Kinoproduktionen. Auf einer Bustour enteckt der Hauptstadttourist die Drehorte der Filmstars.

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20. November 2009, 10:55 Uhr

Berlin (dpa/tmn) - Regelmäßig werden in Berlin für Filmaufnahmen ganze Straßenzüge gesperrt. Dann erhellen Scheinwerfer die Nacht, und Kabelmassen schlängeln sich über die Fußwege.

Mehr als 100 Filme werden jedes Jahr in der Hauptstadt - zumindest szenenweise - gedreht. Darunter sind auch große Hollywoodproduktionen wie Quentin Tarantinos «Inglourious Basterds» mit Brad Pitt. Filmfans können ihren Berlinurlaub deswegen für ein etwas anderes Besichtigungsprogramm nutzen und auf den Spuren der Stars wandeln.

Wenn Berlin im Film zu Moskau wird

Der erste große internationale Film, der in den vergangenen Jahren Berlin als Drehkulisse wieder ins Gespräch brachte, war «In 80 Tagen um die Welt» mit Jackie Chan. Zu Beginn ist der Gendarmenmarkt im Herzen der Stadt von der Ostseite zu sehen - allerdings in leicht verändertem Setting. Denn Berlin hielt in diesem Film als Kulisse für London im 19. Jahrhundert her.

Es geschieht tatsächlich immer wieder, dass Berlin im Film nachher gar nicht mehr Berlin ist: Matt Damon zum Beispiel hastete für seine Action-Spektakel «Die Bourne Verschwörung» und «Das Bourne Ultimatum» unter anderem durch Moskau - drehte die Autoverfolgungsjagd jedoch im Berliner Tiergartentunnel. Tom Tykwer funktionierte für «The International» das Sony Center am Potsdamer Platz in ein Bankgebäude in Brüssel um.

Drehort Bundesfinanzministerium

Doch Berlin durfte häufig auch sich selbst spielen: In «Lola rennt» rannte Franka Potente nicht nur quer durch die Hauptstadt, sondern beschleunigte ihre Karriere so auch international. Während viele Straßenzüge im Film schnell vorbei rauschen, können Besucher am Bebelplatz einen Schauplatz besser wieder erkennen: Dort lief die rotköpfige Lola in eine Bank und klaute jede Menge Geld, um ihren Freund Manni zu retten. In dem Gebäude, wo im Film «Deutsche Transfer Bank» über dem Eingang zu lesen ist, residiert heute das «Hotel de Rome», eines der teuersten der Stadt.

Ein Stück weiter Richtung Alexanderplatz entsetzten Regisseur Dani Levy und Komiker Helge Schneider im Frühjahr 2006 zahlreiche Berlintouristen. Für die Schlusssequenz ihres Films «Mein Führer» ließen sie am Lustgarten riesige Hakenkreuzfahnen aufhängen, um die Hitler-Parodie zu drehen. Auch Tom Cruise sorgte mit seinen Arbeiten für «Operation Walküre» um den Hitler-Attentäter Claus Schenk Graf von Stauffenberg für Aufregung und Diskussionen. Immerhin durfte Regisseur Bryan Singer zentrale Szenen zum Beispiel im heutigen Bundesfinanzministerium - dem einstigen Reichsluftfahrtministerium - drehen.

Auf ein Bier im "Zum Elefanten"

Die jüngere Berliner Geschichte kam dagegen mit «Goodbye, Lenin» in der Berolinerstraße nahe der Karl-Marx-Allee und mit «Das Leben der Anderen» unter anderem in der Wedekindstraße auf die große Leinwand. Auch der Alltag in der Stadt fasziniert Regisseure immer wieder: Andreas Dresen ließ sich für «Sommer vorm Balkon» vor allem durch den Bezirk Prenzlauer Berg treiben. Den Kreuzberger Alltag der Vorwendezeit fing die Bestsellerverfilmung «Herr Lehmann» ein. Leander Haußmann streifte dafür mit seinem Team durch Kreuzberg und ließ Hauptdarsteller Christian Ulmen in der Kneipe «Zum Elefanten» am Heinrichplatz «Frustbier» trinken und regelmäßig in das «Weltrestaurant Markthalle» in der Pücklerstraße einkehren.

Informationen: Die «Videobustour» fährt regelmäßig zu Drehorten in Berlin und zeigt dabei auf Monitoren die entsprechenden Filmausschnitte; Telefon: 030/44 02 44 50.

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