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Interview Marcel Fratzscher : Auch Manager müssen haften

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Mit Marcel Fratzscher, dem Präsident endes Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), sprach Andreas Herzholz.

von
erstellt am 08.Feb.2017 | 06:00 Uhr

Die SPD fordert schärfere Regeln für Manager-Gehälter und Millionen-Boni. Sehen Sie hier Handlungsbedarf?

Fratzscher: Bei dem Thema hätten spätestens zu Zeiten der globalen Finanzkrise alle aufwachen müssen. Schon damals hätten die Bedingungen für Bonusleistungen verschärft werden müssen. Die aktuellen Fälle bei VW führen jetzt zu einer neuen Debatte. Eine generelle Beschränkung der Managergehälter und Boni wäre aber der falsche Weg. Aber mit Verboten wird man die Exzesse bei Boni-Leistungen nicht unter Kontrolle bekommen. Da finden Aufsichtsräte und Vorstände Wege, diese zu umgehen. Über die Höhe von Managergehältern hat nicht der Gesetzgeber zu entscheiden.

Müsste es nicht bei unternehmerischem Misserfolg und schweren Fehlern einen Malus geben?

Entscheidend ist, dass Manager für Fehler haften und zur Verantwortung gezogen werden können. Hier gibt es ein System asymmetrischer Verantwortung. Manager übernehmen gerne persönlich die Verantwortung für unternehmerische Erfolge, verweigern sie aber, im Falle eines Scheiterns. Manager müssen stärker verantwortlich gemacht werden können für begangene Fehler. Boni dürfen nicht nur an der Leistung eines Jahres ausgerichtet sein, sondern an der langfristigen Entwicklung des Unternehmens.



 

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