Arbeitslosenquote im Nordosten erstmals unter 12 Prozent

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29. Oktober 2009, 12:24 Uhr

Kiel/Schwerin - Eine robuste Industrie und gute Geschäfte im Tourismus bescheren Mecklenburg-Vorpommern weiterhin sinkende Arbeitslosenzahlen. Wie die Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag in Kiel mitteilte, waren im Oktober 102 700 Menschen ohne Arbeit - 3300 weniger als im September und 6500 weniger als im Oktober 2008. Die Arbeitslosenquote sank auf 11,8 Prozent und damit landesweit erstmals unter die 12-Prozent-Marke.

Damit rangiert Mecklenburg-Vorpommern, das binnen eines Jahrs neben Brandenburg den größten Rückgang der Arbeitslosenzahlen verzeichnete, erneut vor Berlin (13,6) und Sachsen-Anhalt (12,2) und nur noch knapp hinter Sachsen und Bremen (jeweils 11,6).

Die Tourismus-Insel Rügen verzeichnete mit 8,4 Prozent erneut die niedrigste Arbeitslosenquote im Nordosten. Auch die Landkreise Bad Doberan (8,5), Ludwigslust (8,5) und Nordwestmecklenburg (9,8) blieben unter 10 Prozent. Die größte Nachfrage nach Jobs gibt es weiterhin im Kreis Demmin. Dort sind 15,6 Prozent der Erwerbsfähigen ohne einen Arbeitsplatz.

"Diese Ergebnisse sind insbesondere auf saisonale Einflüsse zurückzuführen. Positiv wirkt sich jedoch auch aus, dass Mecklenburg- Vorpommerns Wirtschaft insgesamt durch ihre mittelständische Betriebs- und weniger exportabhängige Branchenstruktur unterproportional von der bundesweiten Konjunkturschwäche betroffen ist", erläuterte der Chef der Arbeitsagentur Nord, Jürgen Goecke, die Gründe für den niedrigsten Arbeitslosenwert in einem Oktober seit 1991.

Gegenüber dem bislang höchsten Oktoberwert, den es 2004 mit rund 177 000 Arbeitslosen gegeben habe, sei ein Rückgang um 42 Prozent zu verzeichnen, betonte Goecke. Vor allem Frauen hätten jüngst vom überdurchschnittlichen Wachstum der Dienstleistungsbranchen, "insbesondere im Bereich Pflege und Soziales sowie im Tourismus" profitiert. "Im Vergleich zum Oktober 2008 ist die Zahl der arbeitslosen Frauen um 13,5 Prozent oder 7200 auf 45 700 gesunken. Demgegenüber ist die Arbeitslosigkeit bei Männern im Vorjahresvergleich um 1,1 Prozent auf 57 000 gestiegen - eine beachtliche Spreizung", konstatierte Goecke.

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