Apple zeigt „weltweit dünnstes Notebook“ - Online-Filmverleih

Jobs hält sein Macbook Air in die Luft (Foto: dpa)
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Jobs hält sein Macbook Air in die Luft (Foto: dpa)

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16. Januar 2008, 04:52 Uhr

San Francisco - Apple will von dem Boom mobiler Computer mit dem „dünnsten Notebook der Welt“ profitieren. Apple-Chef Steve Jobs stellte am Dienstag das MacBook Air vor, das an der dicksten Stelle nur knapp 2 Zentimeter flach ist. Mit einem Online-Filmverleih will Apple zudem den Wandel im Videomarkt mitgestalten. „Jedes große Studio ist an Bord“, betonte Jobs. Die Apple-Aktie fiel nach der Jobs-Präsentation auf der MacWorld Expo in San Francisco allerdings um fast zehn Dollar (5,4 Prozent) auf 169 Dollar. Diese Neuheiten waren nach zahlreichen Berichten in den vergangenen Wochen erwartet worden, große Überraschungen blieben aus.

„Die Präsentation entsprach dem, was die Leute erwartet hatten“, sagte Chuck Jones, Fonds Manager bei Atlantic Trust Private Wealth Management in San Francisco. „Aber man hofft immer auf mehr.“ Der Kurs der Apple-Aktie hatte sich im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt und zeitweise die Marke von 200 Dollar berührt.

Video-on-Demand Markt mit iTunes aufrollen
Über „iTunes Movie Rentals“ wird Apple zunächst nur in den USA mehr als 1000 Filme anbieten, die 30 Tage nach Erscheinen der DVD online ausgeliehen werden können, darunter Filme von Universal, Warner Bros., Sony, Fox, Paramount und Disney. Jobs kündigte an, noch in diesem Jahr den Online-Verleih auch auf andere Regionen, insbesondere Europa auszuweiten. Es gibt zwar - in Deutschland zum Beispiel von der Deutschen Telekom - bereits Angebote für Video-on- Demand. Der Markt ist allerdings noch sehr klein und Apple hat eine gute Ausgangsposition dank der Popularität von iTunes.

Apple-Filmverleih mit allen Hollywood-Studios
Apple hat via iTunes inzwischen insgesamt vier Milliarden Songs verkauft und dominiert damit den Online-Musikmarkt. Der Verkauf von TV-Shows (125 Millionen) und Filmen (7 Millionen) in den USA zum Download verlief dagegen vergleichsweise schleppend. Einen Schub für den Online-Videovertrieb erhofft sich Jobs von einer Neuauflage der Settop-Box „Apple TV“, die künftig auch ohne einen Computeranschluss Filme in hoher Auflösung aus dem Netz laden kann. Apple TV war bisher kein Verkaufsschlager. Nach Einschätzung von Beobachtern könnte der Verleihdienst dem Gerät einen Schub geben, zumal alle Hollywood- Studios mit an Bord sind. Zum Verkauf konnte Apple im iTunes Store bisher nur Filme von Disney anbieten.

Dünnstes Notebook in 14 Tagen bestellbar
Wie erwartet präsentierte Jobs zur Eröffnung der MacWorld Expo auch das „weltweit dünnste“ Notebook. Das 1,36 Kilogramm leichte Gerät hat eine Aluminium-Hülle, kommt auf eine Akku-Laufzeit von fünf Stunden und ist mit einem aktuellen Intel Core2Duo-Prozessor mit 1,6 oder 1,8 Gigahertz bestückt. Der Bildschirm hat eine Diagonale von 13,3 Zoll. Das MacBook Air kostet in Deutschland 1699 Euro und könne von sofort an vorbestellt werden, sagte Jobs. In 14 Tagen seien die Geräte lieferfertig.

Umweltschutz bei Produktion berücksichtigt
Jobs betonte, mit dem neuen Notebook erfülle man etliche Forderungen der Umweltschutzorganisation Greenpeace, die Apple und andere Hersteller aufgefordert hatte, bei der Computerproduktion auf den Einsatz von giftigen Inhaltstoffen zu verzichten. Das Aluminium- Gehäuse des MacBook Air sei gut zu recyceln. Außerdem verfüge das Gerät über ein quecksilberfreies LC- Display mit Glas ohne Arsenanteile, bromfreie Flammschutzmittel für die meisten Leiterplatten sowie eine PVC-freie Verkabelung im Inneren.

Erste legale Filmübertragung auf iPod-Player möglich
Ein weiteres Novum ist, dass man künftig DVDs des Studios 20th Century Fox legal am PC ins iTunes-Programm einlesen und auch auf die iPod-Player übertragen kann. Bisher hätte dafür illegalerweise der Kopierschutz der DVDs umgangen werden müssen. Jobs stellte auch zusätzliche Software für das iPhone und den ebenfalls berührungsempfindlichen iPod touch vor sowie eine externe Festplatte mit dem Namen Time Capsule, die automatisch Sicherungskopien von Mac- Computern erstellt. Spekuliert wurde zuvor auch über ein iPhone mit UMTS oder mehr Speicher sowie Fernsehübertragungen für das iPhone.

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