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Antikes Olympia statt Peking - Asterix kämpft um sportliche Ehren

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erstellt am 30.Jan.2008 | 11:12 Uhr

Düsseldorf - Der Zeitpunkt für die Verfilmung des zwölften Asterix-Bandes „Asterix bei den Olympischen Spielen" erscheint logisch. Pünktlich zu Beginn des olympischen Jahres 2008 kommt das sportlichste aller Abenteuer aus der Comic-Reihe in die deutschen Kinos. Die dritte Realverfilmung führt den listigen Gallier jedoch nicht nach Peking, Stätte des diesjährigen größten Sportereignisses des Erdballs, sondern ins antike Olympia. Dort stößt Asterix nicht nur auf sportliche Wettkämpfe, sondern auch auf Liebe und Intrigen.

Die französischen Regisseure Frédéric Forestier und Thomas Langmann erweiterten den bekannten Comic-Stoff um zwei zusätzliche Handlungsstränge. Anders als in der Vorlage ist die Liebe des jungen Galliers Romantix (Stéphane Rousseau) zu der vom italo-amerikanischen Modell Vanessa Hessler dargestellten griechischen Prinzessin Irina Anlass für Asterix, zum antiken Olympioniken zu werden. Er will seinem Dorfkameraden Romantix helfen, den Sieg des fiesen Brutus (Benoit Poelvoorde) zu verhindern, der ebenfalls um die Hand Irinas anhält. Die hat dem Sieger der Wettkämpfe in Aussicht gestellt, zu ihrem Bräutigam zu werden. Zudem versucht Brutus im Kampf um die Macht in Rom, seinen Vater Julius Cäsar (Alain Delon) auszuschalten.

Das Schauspieldebüt Hesslers ist ein Lichtblick des aufwendig umgesetzten Filmes. Auch Delon glänzt als eitler und alternder römischer Kaiser. Die Rolle scheint ihm wie auf den Leib geschneidert. Gleiches gilt für Gérard Depardieu, der wie gewohnt den beleibten Obelix verkörpert. Durch die erstmalige Besetzung des Asterix mit dem französischen Comedian Clovis Cornillac dürfte Fans die Entfremdung vom Original jedoch zu weit gehen. Anders als in den Comics ist der real dargestellte Asterix fast so groß wie Obelix.

Wie in der Vorlage nimmt auch der römische Modellathlet Musculus an den Spielen teil. Haupt-Widersacher bleibt jedoch Brutus selbst, der sich wie zahlreiche neuzeitliche Sportler im Überfluss verbotener Substanzen bedient. Selbst ein antikes EPO kommt zum Einsatz. Da der Zaubertrank des Miraculix - dargestellt vom im April 2007 verstorbenen Jean-Pierre Cassel - bereits zu Beginn der Spiele durch den „Käfer-Test" aus dem Verkehr gezogen wurde, muss Asterix alleine antreten, um Brutus„ Sieg zu verhindern. Schließlich steht sein Kumpel Obelix nach wie vor unter dem Dauereinfluss des Mittels.

Asterix kämpft auch gegen Michael Bully Herbig, der Brutus rechte Hand Redkeinstus verkörpert. Sein loses Mundwerk kann er dabei jedoch nicht mehr benutzen. Seine Zunge wurde ihm kurzerhand abgeschnitten. Das Endes des Films wird zum Stelldichein ehemaliger und aktueller Sportgrößen wie Michael Schumacher, Zinedine Zidane und Amélie Mauresmo, die völlig losgelöst von der bis dahin dargestellten Handlung ins Geschehen eingreifen. Der Auftritt Schumachers als antiker Wagenlenker mag dabei noch lustig und auflockernd wirken. Spätestens das Erscheinen Zidanes und Mauresmos zieht den Streifen jedoch unnötig in die Länge und wirkt eher albern. Zu den Stärken des Films zählen dagegen sein hintergründiger Witz sowie die beeindruckenden Spezial-Effekte und Computeranimationen.

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