zur Navigation springen

Angst vor Abzocke: 100 000 Anrufe bei Verbraucherzentrale

vom

svz.de von
erstellt am 09.Jan.2012 | 10:13 Uhr

Potsdam | Zwei, drei unbedachte Klicks im Internet oder mit dem Smartphone, schon hat die Abo-Falle zugeschlagen. Auch Lottofirmen würden vor allem Älteren irgendwelche Rechnungen unterschieben. Mit mehr als 100 000 Anfragen sind die Märker im gerade abgelaufenen Jahr auf die Experten zugekommen, dass heißt, dass sich jeder 20. aus dem Land mit Sorgen und Problemen an die Verbraucherschützer gewendet hat.

Aktuell würden viele Märker Benachrichtigungen eines Gewinnspielclubs genervt, teilte die Verbraucherzentrale Brandenburg mit. In dem Schreiben gehe es um eine "vorzeitige Vertragsauflösung" eines angeblich geschlossenen Gewinnspiel-Abos. Letztmalig seinen nur noch 99,30 Euro zu zahlen. Ansonsten verlängere sich das Abo um weitere sechs Monate. "Wenn man jetzt zahlt oder seine Daten zur Abbuchung übermittelt schlägt die Abo-Falle zu", berichtete Verbraucherschützerin Evelyn Dahme. In immer wieder unterschiedlichen Gewändern, aber mit dem immer wieder gleichen Grundprinzip würden Abzocker Firmen auf Abo-Fang gehen. Von daher sollte man im Vorfeld immer prüfen, ob tatsächlich Vertragsbeziehungen vorliegen.

13 feste Beratungsstellen

Die Verbraucherzentrale Brandenburg verfügt von Perleberg über Potsdam bis hin in die Lausitz über 13 feste Beratungsstellen mit 28 hauptamtlichen Mitarbeitern. Dazu kommen noch einige Teilzeitkräfte. Oft erfolgt eine Beratung als Ersthilfe. Wenn weiterer juristischer Rat notwendig ist, werden auch spezialisierte Anwälte eingeschaltet. Auch Probleme mit überzogenen Abrechnungen oder Pleiten von Energieversorgern haben 2011 zu sehr viel Arbeit geführt. Als problematisch habe sich auch der Versorgerwechsel dargestellt. "Eigentlich sollte sich dieser ganz einfach darstellen lassen, war er aber bisher nicht", so Dahme. Das soll aber besser werden. Das Energiewirtschaftsgesetz wird überarbeitet: Von April an kann der Strom- und Gasanbieter schneller gewechselt werden. Schon ab Februar sind die Unternehmen verpflichtet, ihre Kunden umfassender auf Rechnungen und Verträgen zu informieren. Verbraucherschützer raten Kunden, Anbieter zu vergleichen, sich vertraglich nicht langfristig zu binden und keinesfalls in Vorkasse zu gehen.

Auch im Bereich der Lebensmittelkontrolle sei 2011 für die Beratungsteams der märkischen Verbraucherzentrale ein heißes Jahr gewesen. "Ich sage nur EHEC. Das hat man heute schon fast vergessen." Was Dahme aber sehr freue, ist, das Verbraucher Lebensmittel und ihre Herkunft immer kritischer hinterfragen. "Viele interessieren sich auch für rechtliche Belange wie beispielsweise die korrekte Etikettierung, wollen wissen, wie Preis und Menge richtig ausgeschildert sind", sagte sie.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen