Amokläufer früh erkennen - Polizei setzt auf Lehrer und Mitschüler

Zwei Polizisten stehen heute morgen in Kaarst neben einem Strassenschild, das den Weg zum  Georg-Buechner-Gymnasium weist. Nach vagen Hinweisen auf einen Amoklauf wird an der Schule am Dienstag kein Unterricht stattfinden, sagte ein Polizeisprecher heute früh. Es habe von finnischen Sicherheitsbehörden Informationen über einen Amoklauf in einem entsprechenden Chat im Internet gegeben, sagte er zum Hintergrund. Diese seien aber sehr vage und wenig konkret, betonte der Sprecher. Foto: ddp
Zwei Polizisten stehen heute morgen in Kaarst neben einem Strassenschild, das den Weg zum Georg-Buechner-Gymnasium weist. Nach vagen Hinweisen auf einen Amoklauf wird an der Schule am Dienstag kein Unterricht stattfinden, sagte ein Polizeisprecher heute früh. Es habe von finnischen Sicherheitsbehörden Informationen über einen Amoklauf in einem entsprechenden Chat im Internet gegeben, sagte er zum Hintergrund. Diese seien aber sehr vage und wenig konkret, betonte der Sprecher. Foto: ddp

von
02. Januar 2008, 09:00 Uhr

Schwerin - Um Amokläufe an Schulen zu verhindern, vertraut die Polizei in Mecklenburg-Vorpommern auf die Sensibilisierung von Lehrern und Schülern. "Wir setzen auf Gewaltprävention", sagte der Sprecher des Landeskriminalamts, Olaf Seidlitz, der dpa in Schwerin am Dienstag. „Jemanden, der durch die Internetseiten von Schülern surft, gibt es nicht.“ In jeder Polizeidirektion und -inspektion seien Präventionsbeamte beschäftigt, die in die Schulen gingen und Lehrer und Schüler auf Verhaltensweisen hinweisen, die auf die Vorbereitung eines Amoklaufes deuten könnten.

Mitschüler seien am dichtesten dran, sie könnten eine Gefährdung am ehesten erkennen. Die Polizei zeige ihnen Wege auf, wie in solchem Fall zu handeln sei. Die betroffenen Schüler brauchten dann auch die Hilfe von Schulpsychologen. "Wir nehmen die Sache ernst, wollen aber keine Panik verbreiten", sagte Seidlitz.

Am 20. November 2006 hatte im westfälischen Emsdetten ein ehemaliger Realschüler ein Schulgebäude gestürmt und um sich geschossen. Dabei verletzte er 37 Menschen und erschoss sich selbst. Zum Jahrestag dieses Amoklaufes planten zwei Schüler in Köln ein Blutbad unter Mitschülern, hatten ihren Plan laut Polizei aber wieder aufgegeben. Einer der beiden nahm sich das Leben, nachdem Mitschüler entdeckten, dass der 17-Jährige Bilder eines Massakers in den USA ins Internet gestellt hatte. Schulleitung und Polizei waren alarmiert worden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen