Amokdrohung auf Fensterbank

Polizisten kontrollieren den Eingang des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums. Foto: deni
Polizisten kontrollieren den Eingang des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums. Foto: deni

Ein Unbekannter in Rostock für gestern einen Amoklauf angekündigt. Auf einer Fensterbank im Käthe-Kollwitz-Gymnasium hinterließ er seine Drohung. Daraufhin standen Unterricht und Zeugnisausgabe unter Polizeischutz.

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01. Februar 2008, 05:46 Uhr

Rostock - „Ich laufe Amok am 1.2.08“ – diese mit Bleistift auf eine Fensterbank geschriebene Drohung entdeckt Mitwochnachmittag zufällig eine Putzfraun im Käthe-Kollwitz-Gymnasium im Rostocker Stadtteil Dierkow. Schulleiterin Elke Kups informiert die Polizei. „Da gibt es keine Überlegung. Es geht um das Wohl und die Sicherheit von rund 700 Schülern“, erklärt sie. Auch die Eltern werden sofort informiert.

Spezialisten der Kriminalpolizei suchen nach Spuren und Hinweisen. Es zwar gibt keine Anhaltspunkte für eine ernsthafte Bedrohung. Dafür sind die Angaben zu unbestimmt. Beispielsweise fehlt, wo der Amoklauf geplant sein soll. Auf die leichte Schulter nimmt die Ankündigung trotzdem niemand.

Der gestrige Tag – das Datum des angekündigten Amoklauf – verläuft äußerlich ganz normal. Aber viele Schüler haben Angst. Längst nicht alle kommen zum Unterricht und zur anschließenden Zeugnisausgabe.

Polizisten stehen an den Eingangstüren und kontrollieren alle, die dennoch in die Schule wollen. „Ich denke eher, dass es ein Scherz sein soll. Dennoch ist es unglaublich“, sagt Richard Voß aus der KLasse 13-6. Auch Philipp Kaiser aus der Parallel-Klasse bleibt gelassen: „Das ist zwar eine ernste Sache, aber ich lasse mich von so etwas nicht einschüchtern lassen.“

Die Polizei ermittelt noch. Wer die Notiz auf die Fensterbank schrieb, ist unklar. Sollte der Verursacher gefasst und verurteilt werden, drohen ihm bis zu drei Jahre Haft oder eine Geldstrafe. Das sieht das Strafgesetzbuch für das Androhen einer Straftat vor. Außerdem kann dem Täter der gestrige Polizeieinsatz in Rechnung gestellt werden – in diesem Fall mehrere hundert Euro.

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