Ammoniaklösung bei Havarie in Lübzer Dämmstoffwerk ausgetreten

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23. Januar 2008, 03:27 Uhr

Lübz - Durch den Austritt einer Ammoniaklösung sind am frühen Mittwochmorgen auf einem Firmengelände im westmecklenburgischen Lübz zehn Menschen verletzt worden. Zwei Personen wurden in ein Krankenhaus eingeliefert, die anderen ambulant behandelt, sagte ein Polizeisprecher auf ddp-Anfrage. Bei Umbau- und Abrissarbeiten in dem Dämmstoffwerk soll unter noch ungeklärten Umständen eine Leitung beschädigt worden sein. Bei den Verletzten soll es sich ausschließlich um Beschäftigte eines Abrissunternehmens handeln. Bei starker Einwirkung der Chemikalie auf den Körper bestehe Lebensgefahr, sagte der Sprecher.

Der gefährdete Bereich sei abgesperrt worden, der Austritt der stark ätzend wirkenden Chemikalie inzwischen jedoch gestoppt. Feuerwehren, Rettungskräfte und Polizei sind laut Polizei seit kurz nach 4.00 Uhr im Einsatz. Anwohner in unmittelbarer Nähe waren aufgefordert worden, Fenster und Türen geschlossen zu halten.

Ammoniak ist ein außerordentlich gut löslich. Die Lösung des Gases in Wasser heißt Ammoniaklösung oder Salmiakgeist. Das Einatmen der Dämpfe reizt und verätzt die Schleimhäute und die Augen. Eine Konzentration von 1,5 bis 2,5 g Ammoniak pro Kubikmeter in der Atemluft wirken nach 30 bis 60 Minuten tödlich.

Das Lübzer Werk gehört zur Saint-Gobain ISOVER G+H AG, einem französischen Konzern. Nach einem Medienbericht wird weltweit ausschließlich in Lübz seit 2004 der Dämmstoff „Ultimate“ produziert. Seit Mitte Januar ruht jedoch die Produktion. Eine seit 1999 im Einsatz befindliche Glasschmelzwanne wird abgerissen, weil sie durch eine größere ersetzt werden soll. Bis Anfang April solle die Produktion wieder anlaufen.

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