Amazon startet Kindle 2

Der weltgrößte Online-Einzelhändler Amazon.com hat die zweite Generation seines E-Book-Lesegeräts Kindle vorgestellt. (Bild: dpa)
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Der weltgrößte Online-Einzelhändler Amazon.com hat die zweite Generation seines E-Book-Lesegeräts Kindle vorgestellt. (Bild: dpa)

Der weltgrößte Online-Einzelhändler Amazon.com hat eine neue Version seines E-Book Kindle vorgestellt. Das Kindle 2 ist dünner, fasst mehr Bücher, hat einen besseren Bildschirm und läuft länger.

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11. Februar 2009, 06:13 Uhr

New York (dpa) - Mit der zweiten Generation will Amazon dem Markt für elektronische Bücher einen weiteren Schub geben. Das Kindle 2 ist knapp 1 cm dünner, speichert nach Amazon-Angaben bis zu 1500 Bücher (statt der bisherigen 200), hat einen besseren Bildschirm und besitzt eine längere Akkulaufzeit. Ein Zukunftsgimmick: Das Gerät kann auch Bücher vorlesen, wenn auch immer noch mit leicht mechanisch klingender Stimme.

Ein neues Werk des Besteller-Autors Stephen King, in dem auch ein Kindle-Gerät eine Rolle spielt, solle nur über den E-Reader erhältlich sein, kündigte Amazon bei der Präsentation in New York weiter an. Das Gerät soll in den USA wie die Vorgänger-Version 359 Dollar kosten und am 24. Februar auf den Markt kommen.

230 000 Titel im Angebot

E-Books machen bisher nur etwa ein Prozent der Buchverkäufe aus - die Branche richtet sich aber auf ein rasantes Wachstum ein. Auch die Zeitungsverlage hoffen in Zeiten sinkender Auflagen, ihren Blättern auf elektronischen Lesegeräten neue Perspektiven zu eröffnen.

Amazon hatte sein Lesegerät erstmals Ende 2007 in den USA auf den Markt gebracht. In Deutschland ist es noch nicht zu haben - trotz einer umfangreichen Präsentation des Kindle auf der Frankfurter Buchmesse im vergangenen Herbst. Auch bei der jüngsten Präsentation wurden keine Angaben zu einem möglichen Europa-Start gemacht.

Wie das Vorgänger-Gerät lädt der Kindle 2 die Bücher über eine Mobilfunk-Verbindung direkt von Amazon.com. Der Online-Einzelhändler hat inzwischen 230 000 Titel im Angebot und will es weiter ausbauen. Die elektronischen Bücher sollen künftig nicht nur auf dem Kindle, sondern auch auf Lesegeräten anderer Anbieter nutzbar sein.

Amazon will Vermarktung ausbauen

Doch starke Konkurrenz kündigt sich an: Mittlerweile sind mehrere Hersteller von E-Book-Readern am Start. Der Sony-Konzern will seinen «Reader PSR-505» ab Mitte März in Deutschland verkaufen. Die Japaner arbeiten dabei unter anderem eng mit der Buchhandelskette Thalia zusammen.

Und auch die kleineren Bildschirme von Smartphones wie Apples iPhone können zum Lesen von Büchern genutzt werden. Google macht die beim Booksearch-Projekt über Jahre eingescannten Bücher inzwischen auf Handys zugänglich. In diesem Umfeld will auch Amazon seine elektronischen Titel künftig für andere mobile Geräte außer dem Kindle freigeben.

Die Urform des elektronischen Papiers für E-Book-Reader wurde in den 70er Jahren am kalifornischen Forschungsinstitut Xerox Parc erarbeitet. Nick Sheridon entwickelte damals mit dem sogenannten Gyricon-Papier das Grundprinzip. Er packte in eine dünne Schicht aus durchsichtigem Plastik Millionen von kleinen Kugeln, die auf der einen Seite schwarz und auf der anderen Seite weiß gefärbt waren. Die Kugeln konnten durch das Anlegen einer elektrischen Spannung mit der einen oder anderen Seite nach oben gedreht werden, so dass ein Bild entstand.

Lange Akkulaufzeiten

Die Displays heutiger E-Book-Lesegeräte funktionieren ähnlich mit Hilfe der sogenannten Elektrophorese, mit der die Wanderung geladener Teilchen in einem elektrischen Feld beschrieben wird. Dabei schwimmen in einer winzigen Mikrokapsel unterschiedlich geladene schwarze und weiße Pigmentkügelchen in einer ölartigen Flüssigkeit. Durch eine elektrische Ladung von außen landen entweder die schwarzen oder weißen Kügelchen auf der oberen Seite des Trägermediums. Strom wird nur dann benötigt, wenn sich das Bild ändern soll, also wenn beispielsweise bei einem Buch die Seite umgeblättert wird. Daher erreichen moderne E-Book-Reader im Vergleich zu Laptops extrem lange Batterielaufzeiten.

Im Gegensatz zu einem herkömmlichen Computerbildschirm strahlt das elektronische Papier kein Licht aus. Daher wird zum Lesen im Dunklen wie beim herkömmlichen Papier eine Lampe benötigt. Die Hersteller von elektronischem Papier sind derzeit bemüht, das Trägermedium aus Plastik immer dünner zu machen, möglichst so dünn und flexibel wie herkömmliches Papier.

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