Am Bahnübergang in den Tod gerissen

Das Auto wurde mehr als 160 Meter mitgeschleift. Foto: kaho
Das Auto wurde mehr als 160 Meter mitgeschleift. Foto: kaho

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08. Februar 2008, 10:56 Uhr

Klein Schwaß - Tödlich endete gestern Vormittag für einen Autofahrer am Bahnübergang Lambrechtshäger Weg in Klein Schwaß der Zusammenprall mit dem Regionalzug nach Wismar.


Über 160 Meter mitgeschleift
Kurz vor 11.30 Uhr fuhr der 54 Jahre alte Mann aus dem Landkreis Bad Doberan über den unbeschrankten Bahnübergang. Er kam aus Richtung Klein Schwaß und übersah aus bisher unbekannter Ursache den aus Rostock kommenden Zug, der in Richtung Wismar unterwegs war. Bei dem Zusammenstoß wurde das Auto vom Triebwagen erfasst und mehr als 160 Meter mitgeschleift. Der Mann erlitt dabei schwerste Verletzungen und starb noch an der Unfallstelle.

Weiterfahrt des Zuges nicht möglich

Der Lokführer steht unter Schock und konnte noch nicht zum Unfall befragt werden. Die Staatsanwaltschaft Rostock, Polizeibeamte der Inspektion Bad Doberan sowie die Dekra versuchen herauszufinden, wie es zu dem Unfall gekommen ist. Ungünstige Witterungs- oder Straßenverhältnisse gab es offenbar nicht. Auch die Schienen verlaufen so, dass die Sicht auf den herannahenden Zug nicht eingeschränkt war.

„Nach dem Unfall mussten die rund 55 Reisenden mit dem Bus weiterfahren“, sagt Burkhard Ahlert, Pressesprecher der Deutschen Bahn. Bis gegen 14 Uhr war der Bahnverkehr eingeschränkt. Der Triebwagen wurde zur Reparatur nach Rostock geschleppt.

Sicherheit an Bahnübergängen bei Einhaltung der Verkehrsregeln
In unserem Land gibt es rund 890 Bahnübergänge. Mehr als die Hälfte sind mit Schranken oder Halbschranken ausgestattet. Sieben Übergänge haben eine Rotlicht-Anlage, nur mit einem Andreaskreuz sind 420 gesichert.

2006 gab es nach Unternehmensangaben acht Unfälle an Bahnübergängen. Grundsätzlich erfordert das Überqueren vom Autofahrer immer die volle Aufmerksamkeit. „Prinzipiell sind unbeschrankte oder beschrankte Bahnübergänge nicht gefährlich. Es wird erst gefährlich, wenn sich der Überquerende nicht an die Sicherheitsbestimmungen hält“, sagt Bundespolizeisprecher Stefan Perschall.

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