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17. Dezember 2017 | 09:20 Uhr

Am Anfang eine Band und 50 Zuschauer

vom

svz.de von
erstellt am 01.Aug.2013 | 09:41 Uhr

Kaum zu glauben, aber wahr. Die erste Zappanale ging im August des Jahres 1990 in der DDR in Althof bei Bad Doberan über die Bühne. Zappa-Fan Wolfhard Kutz hatte einige Freunde und musikbegeisterte Zappa-Jünger eingeladen. Eine einzige Cover-Band spielte damals vor fünfzig Zuschauern. In den folgenden Jahren entwickelte sich das Fest kontinuierlich. Bald gastierten auf der Zappanale auch renommierte internationale Bands. Spätestens seit 1993, als Frank Zappa im Alter von nur 52 Jahren an einer Krebserkrankung verstarb, ist die Zappanale eine Huldigung an den Musiker, wie sie so an keinem anderen Ort der Welt passiert. Seit 1993 richtet der gemeinnützige Verein Arf Society e.V. die Zappanale aus. In jenem Jahr konnten erstmalig die Grandmothers engagiert werden. Die ehemaligen Musiker von Frank Zappas Band The Mothers Of Invention wurden von nun an des öfteren in Bad Doberan gesehen. Obwohl die Finanzierung des Festivals nicht einfach war, konnten im Jahr 1998 auf der Zappanale bereits sieben Bands vor rund 500 begeisterten Zuschauern auftreten. Die 13. Zappanale brachte mit über 1500 Besuchern eine deutliche Steigerung in der Publikumsgunst. Ursache dafür war neben dem musikalischen Programm auch die Einweihung eines Denkmals für Frank Zappa auf dem Alexandrinenplatz im Zentrum Bad Doberans. Zur Feier waren neben engen musikalischen Wegbegleitern auch Familienmitglieder wie Zappas jüngere Schwester Candy aus den USA angereist.

Das stärkere Zuschaueraufkommen ermöglichte programmatische Erweiterungen: Von nun an wurden berühmte Gast-Bands außerhalb des Zappa-Kosmos wie Phillip Boa, Kraan, Adrian Belew, Soft Machine Legacy oder Colosseum für die Zappanale verpflichtet. Die programmatische Öffnung zahlte sich aus. Im Jahr 2005 konnte die Zappanale über 8000 Zuschauer begrüßen. Der Erfolg des Festivals sprach sich herum.

Mit juristischen Folgen: Im Jahr 2008 verklagten Frank Zappas Witwe Gail und der Zappa Family Trust den Festival-Veranstalter Arf Society auf Unterlassung der Benutzung des Namens Zappa sowie auf ein Verbot von Konzert-Mitschnitten sowie gegen das Verwenden des Zappa-Bartes als Festival-Symbol. Bei Zuwiderhandlung wollten die Kläger eine Ordnungsstrafe von 250000 Euro verhängen. Trotz einer von vielen Fans initiierten Petition, die Gail Zappa aufforderte, die Klage zurückzunehmen, ging der Prozess durch mehrere Instanzen und stellte das Fortbestehen des Festivals in Frage. Erst im Mai 2012 wurde die Klage durch den Bundesgerichtshof endgültig zurückgewiesen. Die Veranstalter können auch in Zukunft Zappas Bart als Erkennunszeichen nutzen und verwerten.

Die 23. Zappanale im Jahr 2012 war dann zwar ein künstlerischer, aber kein finanzieller Erfolg. Deshalb soll es im Jahr 2013 einen Kurswechsel geben, der neben einer Straffung des Programms laut Veranstalter „positive programmatische und organisatorische Veränderungen“ bringen soll. ulig

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