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Als Anna Wotschel nach Deutschland kam, konnte sie kein Wort Deutsch

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erstellt am 13.Dez.2011 | 11:50 Uhr

Name: Anna Wotschel
Alter: 23 Jahre
Geburtsort: Uritzi (Kasachstan)
Aufgewachsen in: Parchim
Aktueller Wohnort: Münster
Beruf: Studentin (BWL)

Als Anna Wotschel nach Deutschland kommt, ist sie zehn Jahre alt und spricht kein Wort Deutsch. Ihre Eltern sind Spätaussiedler, haben russische und deutsche Wurzeln. Von der nordkasachischen Kleinstadt Uritzi zieht die Familie mit ihren beiden Kindern ins mecklenburgische Parchim. „Meinen Eltern war es wichtig, dass ihre Kinder eine gute Bildung bekommen, das war der Hauptgrund für den Umzug nach Deutschland“, sagt Wotschel. Das mit der Bildung hat geklappt. Und wie: Die junge Frau machte im vergangenen Sommer ihr Abitur mit der Traumnote 1,3. Nur zwölf Jahre nachdem sie ihr erstes deutsches Wort gelernt hatte. Nun studiert sie Betriebswirtschaftslehre an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Viele Träume hat Anna Wotschel schon wahr gemacht. Andere hat sie noch vor sich. „Ich kann mir gut vorstellen, in einer Unternehmensberatung zu arbeiten und ich möchte viel reisen“, sagt sie. Einfach war der Weg Richtung Studium nicht. „Am Anfang gab es Sprachschwierigkeiten – das war eine harte Zeit“, sagt die Studentin. Und auch an einen Vorfall in der Bahn denkt sie nur ungern zurück. Als sie auf Russisch telefonierte, beschwerte sich eine Frau und
setzte sich von ihr weg. „So etwas tut weh“, sagt Wotschel. Aufgegeben hat sie trotz solcher Rückschläge nicht. Zum Glück.

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