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18. August 2017 | 12:42 Uhr

Alles nur Auslegungssache

vom

Pfui Teufel, Deutsche Bahn! Darmbakterien im Sitzpolster eines Regionalzugs und Staphylokokken als Blinde Passagiere eines ICEs will das NDR-Magazin "Markt" gefunden haben. Das Verkehrsunternehmen hingegen verweist darauf, dass alle Züge "regelmäßig und in verschiedenen Stufen" gereinigt werden. Das mag sogar stimmen - doch wer häufiger mal mit ICE, EC und RE unterwegs ist, weiß, dass auch der Begriff "regelmäßig" bei der Deutschen Bahn AG schlicht Auslegungssache ist.

Schnell gedrehte ICEs, die den Hamburger Hauptbahnhof genau so versifft verlassen, wie auf ihrer letzten Fahrt in ihn hineingefahren sind, gehören ebenso zum traurigen Alltag eines mit der Bahncard 100 ausgestatteten Vielfahrers wie herumkullernde, halb volle Bierflaschen und mit undefinierbaren Flüssigkeiten überschwemmte Toiletten im Regionalexpress nach Rostock. Natürlich, wenn durch den Verzicht auf eine Reinigungspause ein Zug pünktlich auf die Strecke gehen kann, ist das am Ende lobenswert.

Aber gerade, wenn zum Winterfahrplan seit gestern die Preise wieder erhöht wurden, haben Kunden auch Anspruch darauf, dass die DB AG die bezahlten Leistungen künftig ordentlich erbringt.

Funktionierende Fahrkartenautomaten und Heizungen in den Zügen gehören ebenso dazu, wie Toiletten, die nicht wegen Verstopfungen geschlossen oder wegen Vereisung außer Betrieb sind. Wo ein Speisewagen ausgewiesen ist, sollte dieser auch verkehren - und vor allem sollte der Zug in einem ansprechenden Zustand auf die Strecke gehen. Ohne Dreck.

Das sind alles "Selbstverständlichkeiten"? Aber ja. Nur ist eben auch dieser Begriff bei der Bahn in den letzten Jahren zu einer Auslegungssache geworden.

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erstellt am 11.Dez.2011 | 05:59 Uhr

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