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18. November 2017 | 06:00 Uhr

BUND-Experte : „Alles andere als harmlos“

vom
Aus der Onlineredaktion

Die Umweltschutzorganisation BUND fordert das Total-Verbot des Herbizids Glyphosat. Wir sprachen mit dem BUND-Experten Burkhard Roloff.


Der BUND fordert ein Verbot von Glyphosat in der Landwirtschaft. Warum?
Roloff: Glyphosat ist ein Total-Herbizid und das weltweit am häufigsten verwendete Unkrautvernichtungsmittel in der konventionellen Landwirtschaft. In Deutschland wird es auf 40 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen ausgebracht.

Warum wenden die Landwirte den Wirkstoff so intensiv an?
Glyphosat ist billiger und weniger aufwendig, als beispielsweise das mechanische Hacken oder Striegeln der Felder. Dabei ist der chemische Stoff alles andere als harmlos. Glyphosat birgt große Gefahren für Tiere und die menschliche Gesundheit.

Welche Gefahren meinen Sie genau?
Glyphosat führt zu weniger Blühpflanzen auf den Feldern und damit zu deutlich weniger Insekten. Die Nahrungsgrundlage der Vögel geht verloren. Besonders empfindlich reagieren Frösche auf Glyphosat. Ihre Embryonalentwicklung wird gestört, viele Kaulquappen sterben. Weniger Frösche bedeuten weniger Störche. Dem Charaktervogel unserer Dörfer geht es auch deshalb derzeit schlecht.

Und welche Gefahren bestehen für die menschliche Gesundheit?
Unabhängige Wissenschaftler der WHO-Agentur für Krebsforschung stuften Glyphosat als „wahrscheinlich krebserregend beim Menschen“ ein. Wissenschaftliche Studien zeigen auf, dass bereits geringe Mengen von glyphosathaltigen Spritzmitteln ausreichen, um menschliche Zellen zu schädigen.

Glyphosat wurde aber doch von Fachbehörden geprüft. Warum vertraut der BUND diesen Fachleuten nicht?
Die Behörden prüfen die Wirkung von Glyphosat nicht selbst. Diese Kapazitäten haben sie gar nicht. Vielmehr schauen sie sich die Studien an, die von den Glyphosat-Produzenten in Auftrag gegeben wurden. Diese Studien sind aber nicht öffentlich, können also nicht von der Öffentlichkeit überprüft werden. Auch gibt es Hinweise, dass Monsanto – der weltgrößte Hersteller von Glyphosat – die Prüfergebnisse der Behörden gezielt beeinflusst.











 

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