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Nach Axt-Attacke in Würzburg : Alleingelassen, radikalisiert und gefährlich?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Sie kommen aus Krisengebieten wie Afghanistan, Somalia oder Syrien. Ihre Flucht dauerte oft Monate, manchmal Jahre, sie haben Gewalt und Tod erlebt. Auch der 17-jährige Attentäter Riaz K. aus Würzburg war vor zwei Jahren als unbegleiteter Flüchtling nach Deutschland gekommen. Einer von knapp 70  000 Minderjährigen und jungen Erwachsenen, die laut Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) in der Kinder- und Jugendhilfe betreut werden. Der 17-jährige lebte zuerst in einer Jugendeinrichtung, zuletzt hat er in einer Pflegefamilie gewohnt, machte ein Praktikum in einer Bäckerei mit Aussicht auf eine Lehrstelle. Von außen betrachtet gute Bedingungen. Dennoch griff er – wie aus dem Nichts – wehrlose Menschen an.

Grundsätzlich geben sich die Behörden große Mühe, sich um unbegleitete minderjährige Flüchtlinge zu kümmern. Das Bayerische Landeskriminalamt hat in den zurückliegenden Monaten Fortbildungsveranstaltungen durchgeführt, um Mitarbeiter etwa von Einrichtungen für unbegleitete Jugendliche zu sensibilisieren, um „mögliche Radikalisierungen frühzeitig zu erkennen“, wie ein Sprecher des bayerischen LKA unserer Redaktion sagte. Aber natürlich seien einige der Flüchtlinge traumatisiert und ihre Eindrücke „könnten im Einzelfall zu einer erhöhten Anfälligkeit für Radikalisierungen führen.“

Der mit Abstand größte Teil der geflüchteten Kinder – im Durchschnitt 90 Prozent – reist allerdings nicht allein, sondern mit seinen Eltern nach Deutschland ein. Der Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes, Heinz Hilgers, hält das Attentat in Würzburg „eher für einen Zufall“. Man müsse vielmehr die Frage stellen, was junge Menschen überhaupt motiviere, sich zu radikalisieren, und zwar ungeachtet ihrer Herkunft.

 

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