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11. Dezember 2017 | 03:17 Uhr

Kommentar : Ärgerpotenzial

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

von
erstellt am 15.Jul.2016 | 06:00 Uhr

Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung steigen. Und zwar nicht etwa, weil die Kassen so großzügig wären, sondern aufgrund der zurückliegenden Gesundheitsreformen. An der schwarz-roten Klinikreform und den Verbesserungen für Mediziner hängen jeweils Milliarden-Preisschilder: Ausgaben, die bei den Kassen ins Kontor schlagen.

Die Große Koalition profitiert von der günstigen konjunkturellen Entwicklung und immer neuen Beschäftigungsrekorden, die den Kassen steigende Mitgliederzahlen und Beitragseinnahmen bescheren. Daraus erwächst die Hoffnung, sich über die Zeit retten zu können und die notwendige große Finanzierungsreform nicht mehr vor der Bundestagswahl angehen zu müssen.

Doch nun zeigt sich, dass auch im Superwahljahr 2017 kräftig steigende Zusatzbeiträge zu erwarten sind. Mit 90 Euro oder mehr im Jahr zusätzlich zur Kasse gebeten zu werden, birgt ein beträchtliches Ärger-potenzial. Die Große Koalition wird versuchen, den Druck bei den Beiträgen herauszunehmen. Die Ankündigung, sich im kommenden Jahr mit 1,5 Milliarden Euro aus den Reserven des Gesundheitsfonds zu bedienen, um davon u.a. die Krankenversicherung zu bezahlen, war wohl nur der Anfang.

Umso spannender dürfte der Bundestagswahlkampf in Sachen Gesundheitspolitik werden. Der Kampf um die besten Rezepte für die Krankenkassen-Finanzierung ist eröffnet. Am Ende immer diejenigen zu sein, die draufzahlen müssen, geht vielen Wählern gegen den Strich.

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