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23. November 2017 | 16:13 Uhr

Abzocke oder Marktwirtschaft?

vom

svz.de von
erstellt am 22.Mär.2012 | 09:50 Uhr

Die Rekordpreise an der Zapfsäule sind nicht allein durch die hohen Rohölpreise und den schwachen Euro zu erklären. Auch die Mineralölkonzerne haben ihre Gewinne ausgebaut, ergab eine Studie des Hamburger Energieexperten Steffen Bukold im Auftrag der Grünen (wir berichteten). Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema:

Verdienen sich die Tankstellen derzeit eine goldene Nase?

Nein. An den Tankstellen hat sich nichts geändert. Sie kaufen Benzin auf dem Großmarkt in Rotterdam, schlagen eine Handelsmarge darauf und verkaufen die Ware an den Endverbraucher. Nach Angaben des Mineralölwirtschaftsverbandes (MWV) sind die Einkaufskosten für Benzin seit Ende November um 14,7 Cent je Liter gestiegen, die Benzinpreise für den Endkunden um 14,5 Cent.

Wo landet das Geld, wenn nicht bei den Tankstellen?

Bei den Raffinerien, die Rohöl zu Benzin, Heizöl, Diesel, Kerosin und weiteren Produkten verarbeiten. Richtig viel Geld verdienen die Raffinerien in Mitteleuropa allerdings nicht. Die hiesige Raffinerielandschaft ist von Überkapazitäten geprägt, weil der Benzinverbrauch zurückgeht. Bukold weist darauf hin, dass der größte Teil der jährlichen Einnahmen der Erdölwirtschaft von rund drei Billionen Dollar (2,3 Mrd Euro) auf die Förderung von Öl (Upstream) entfällt. Daraus resultieren die hohen Gewinne der Ölkonzerne.

Was können Politik oder Kartellamt für niedrigere Preise tun?

Wenig. Diverse Vorschläge von der Entflechtung der Mineralölkonzerne bis zur Meldepflicht für Benzinpreise werden seit Jahren diskutiert. Umgesetzt worden ist davon nichts, weil es sich meistens bei näherer Betrachtung als unpraktikabel oder sogar preistreibend entpuppte. Das Kartellamt hat immerhin durchgesetzt, dass große Mineralölkonzerne kleine Tankstellenbetreiber bei der Belieferung mit Benzin nicht benachteiligen dürfen.

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