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23. November 2017 | 03:06 Uhr

Abwrackprämie für Heizung

vom

svz.de von
erstellt am 17.Aug.2012 | 07:57 Uhr

Berlin | Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) hat Hoffnungen auf eine baldige Abwrackprämie für alte Öl- und Gasheizungen gedämpft. "Die Pläne sind überhaupt nicht konkret", sagte Altmaier gestern mit Blick auf den noch unveröffentlichten Erfahrungsbericht des Erneuerbare-Energien-Wärmegesetzes. Dort wird eine solche Prämie als eine Option genannt. Damit könnte der Öl- und Gasverbrauch gedrosselt und die Energiewende hin zu einem höheren Anteil erneuerbarer Energien auch im Wärmebereich forciert werden.

Aber die Pläne befinden sich erst in einem ganz frühen Stadium - und andere Ministerien könnten sich querstellen. Es ist unwahrscheinlich, dass eine solche Prämie noch vor der Bundestagswahl 2013 kommen werde, hieß es aus Regierungskreisen. Denn der Bericht muss zunächst zwischen den Ressorts abgestimmt werden, vor allem das Bauministerium stemmt sich gegen zu starke Zwänge für Hausbesitzer. Das kann bis Ende des Jahres dauern. Erst dann könnte man innerhalb der Bundesregierung über eine Novelle des Erneuerbare-Energien-Wärmegesetzes beraten. Anschließend müssten Bundestag und Bundesrat beraten.

Auch Altmaier hatte sich zur Reform des Wärmegesetzes bei der Vorstellung seines 10-Punkte-Arbeitsprogramms zurückhaltend geäußert. Und zu einer Abwrackprämie sagte: "Wir sind im allerfrühesten Stadium von Überlegungen. Das ist eine Option von mehreren." Insofern sei das ein "kleines Vögelchen aus dem Sommerloch", was da hochgeflattert sei.

In dem Erfahrungsbericht wird betont, dass beim Austausch von Heizungen zu wenig auf Öko-Varianten und erneuerbare Energien gesetzt werde. Der Absatz von Heizungen habe sich bis 2007 im Vergleich zum Jahr 2000 zudem fast halbiert. Seit 2008 stag niere die Zahl der ausgetauschten beziehungsweise neu installierten Heizungen bei rund 600 000. Das entspreche einer Austauschrate von unter drei Prozent jährlich.

Als eine Option bei einem Prämienmodell wird auch erwogen, dass Hausbesitzer beim Austausch des Heizungskessels verpflichtet werden könnten, einen Anteil des Wärme- und Kälteenergiebedarfs von mindestens 10 Prozent durch erneuerbare Energien zu decken. Das Problem der Bundesregierung ist, dass die Energiewende im Strombereich über Plan verläuft, der Ökostrom-Anteil beträgt bereits 25 Prozent, im Wärmebereich dümpelt er aber bei rund 10 Prozent.

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