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20. Oktober 2017 | 12:53 Uhr

ABV, Kaufhalle, Kinosommer, Bannig Achterport

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erstellt am 27.Dez.2012 | 07:20 Uhr

Der ABV kommt hier aufgrund seiner Buchstabenkombination auf ungewöhnliche Weise zu neuen Ehren. Die Abkürzung meinte einen "Abschnittsbevollmächtigten" der DDR-Volkspolizei, der in seinem Abschnitt (Revier) Streifendienst versah und als Ansprechpartner für die Bürger fungierte. Außerdem war er für Aufnehmen und Weiterleiten von Strafanzeigen, Verkehrskontrollen und Kontrollen der Meldepflicht zuständig. Der ABV wurde auch gefragt, wenn es um die Wiedererteilung einer Fahrerlaubnis oder um die Genehmigung einer Reise in das Nichtssozialistische Wirtschaftsgebiet (NSW) ging. Sein Dienstgrad war meist der eines Unterleutnants oder eines Leutnants der VP (Volkspolizei). Zu den berühmtesten ABV gehörte der "Leutnant vom Schwankietz", so der Titel eines dreiteiligen Films des DDR-Fernsehens aus dem Jahr 1974.

Die Kaufhalle ist ein in der alten Bundesrepublik weitgehend unbekannter Begriff. Dort hieß es von jeher Supermarkt. Aber auch die Kaufhalle war ein große Geschäft, vorzugsweise ein nicht weiter unterteilter Selbstbedienungsladen, in dem Lebensmittel und sogenannte Waren des täglichen Bedarfs gehandelt wurden. Kaufhallen gab es vor allem in den Städten. Betreiber waren entweder die staatliche HO (Handelsorganisation) oder der genossenschaftliche KONSUM. Nach Wende und Wiedervereinigung wurden viele Kaufhallen geschlossen, manche private und manche dienen heute ganz anderen, zum Beispiel kulturellen Zwecken.

Der Kinosommer war zu DDR-Zeiten eine traditionelle Veranstaltungsreihe, bei der in den Sommermonaten oft auch in Freiluftkinos oder eben in Sommerkinos in Leichtbauweise neue, zumeist heitere und unterhaltsame Produktionen gezeigt wurden.

Bannig ist ein schönes und kräftiges plattdeutsches Wort. Es stammt wohl vom Ende des 18. Jahrhunderts, ist seit dem 19. Jahrhundert im Norden stärker verbreitet und bedeutet soviel wie sehr, stark, gewaltig oder auch großartig. Ein Beispiel: He het bannig wat opn Kassen: Er hat schwer was aufm Kasten. Er ist also sehr klug. Oder: Dat deit mi bannig Leed. Tschuldigung …

Achterport kommt aus dem Plattdeutschen und bezeichnet eine Hintertür oder einen Hinterausgang. Manchmal heißt es allerdings auch Achterdöör. Der Wortteil "achtern" weist im Niederdeutschen immer auf etwas Hinteres hin. Ansonsten ist es im Leben wohl niemals von Schaden, noch eine Achterport oder eine Achterdöör offen zu haben.

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