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Christoph 39 im Einsatz : Absturz, Crash und Funkprobleme

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Rettungskräfte trainierten am 17. April 2010 bei Großübung auf dem Pritzwalker Sommersberg ihr Zusammenspiel / Verkehrsunfall und Waldbrand simuliert

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erstellt am 30.Okt.2015 | 08:00 Uhr

Als die ersten Rettungskräfte am Samstagmorgen gegen 9 Uhr am Einsatzort auf dem Flugplatz Sommersberg eintreffen, finden sie ein Chaos vor. Ein Flugzeug ist in Folge einer Notlandung in Brand geraten, auslaufender Treibstoff und Trümmerteile haben einen nahe gelegenen Wald in Brand gesetzt und auf der Straße, die das Flugzeug im Landeanflug viel zu tief überquerte, sind zwei Autos zusammengestoßen.

Nach einer ersten Lageerkundung beschließt der Einsatzleiter der Feuerwehr, auch die Technische Einsatzleitung des Landkreises hinzuzuziehen, die mit ihrer mobilen Funkzentrale die Kommunikation sicherstellen soll. Inzwischen beginnen Feuerwehrmänner, die Flammen zu bekämpfen und das Flugzeug einzuschäumen, damit die Kräfte des Rettungsdienstes die Menschen aus dem Wrack bergen können.

An den beiden Fahrzeugen müssen die Kameraden mit Hydraulikspreize und -schere ’ran, um die Insassen zu befreien. Alle Verletzten werden zum mittlerweile errichteten Sammelplatz gebracht und vom leitenden Notarzt untersucht. Fünf Schwerverletzte, darunter auch Personen mit schweren Verbrennungen, und acht Leichtverletzte müssen nun erstversorgt und abtransportiert werden. Im Zelt legen die Rettungskräfte Infusionen, stabilisieren Brüche und bereiten die Patienten auf den Transport vor.


Kommunikation mit Krankenhäusern zu langsam


Mit ohrenbetäubendem Gedröhne schwebt Rettungshubschrauber Christoph 39 ein und lässt den Schaum am Flugzeug aufwirbeln. Doch offenbaren sich erste Probleme: Noch ist nicht klar, wohin die Verletzten gebracht werden können. Kurze Zeit später ist das Problem gelöst, und der Abtransport beginnt.

Währenddessen sind die Kameraden der Feuerwehren noch damit beschäftigt, eine Schlauchleitung vom rund zweieinhalb Kilometer entfernten Freibad Hainholz zum Flugplatz aufzubauen, um genügend Wasser zur Waldbrandbekämpfung zur Verfügung zu haben. Doch auch dieser Lage wird man schließlich Herr und kurz nach 11 Uhr sind alle Brände gelöscht.

„Das heute hier dargestellte Szenario war absolut realistisch, und wir haben es meines Erachtens gut bewältigt“, sagt Einsatzleiter Volker Lehmann. „Das Zusammenwirken von Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei sowie den freiwilligen Helfern der Schnelleinsatzgruppe (SEG) Pritzwalk und der Sanitätsbereitschaft Wittenberge funktionierte gut, auch wenn wir mit der Kommunikation über Funk mehrfach technische Probleme hatten“.


Gute Zusammenarbeit kontra technische Probleme


„Es geht darum, mit diesen Übungen Fehler aufzudecken“, bestätigt der leitende Notarzt Lutz Dieckmann. „Die Kommunikation muss besser werden, es kann nicht angehen, dass es eine halbe Stunde dauert, bis wir wissen, wo die Patienten eingeliefert werden können.“ Trotzdem ist der Arzt zufrieden. „Wir wissen jetzt, dass wir auch mit einer größeren Anzahl Verletzter auf einen Schlag fertig werden.“ Zudem dankte er den freiwilligen Helfern von der SEG Pritzwalk und der Sanitätsbereitschaft Wittenberge, „ohne deren personelle und materielle Unterstützung die Versorgung bei größeren Unfällen kaum möglich ist“.

Erich Schlotthauer, Leiter des Sachbereichs Brand- und Katastrophenschutz beim Landkreis Prignitz, konnte ebenfalls ein positives Fazit ziehen. „Die Einsatzkräfte haben die Situation gut gemeistert. Wir wissen jetzt, wo es noch Nachholbedarf gibt.“

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