Abfälle gerieten in Brand

Weil sich die großen äußeren Profilblechplatten durch die Hitzeentwicklung stark verformten und das Dach teilweise eingestürzt war, konnte die Feuerwehr das Recycling Centrum Lübeck nur von außen löschen. Foto: Christian Nimtz
Weil sich die großen äußeren Profilblechplatten durch die Hitzeentwicklung stark verformten und das Dach teilweise eingestürzt war, konnte die Feuerwehr das Recycling Centrum Lübeck nur von außen löschen. Foto: Christian Nimtz

Eine 2500 Quadratmeter große Lagerhalle für Recycling-Abfälle ist am Donnerstag Abend am Lübecker Stadtrand durch in Großfeuer zerstört worden. In der 50 mal 50 Meter großen und 15 Meter hohen Halle wurde ausschließlich Gewerbeabfall und Sperrgut aussortiert und eingelagert.

von
25. Juli 2008, 08:53 Uhr

Lübeck - Mehrere Augenzeugen meldeten der Rettungsleitstelle schon aus weiter Entfernung eine tiefschwarze Rauchsäule in der Nähe der Mülldeponie Niemark. „Die große Halle der Firma (RCL) brannte binnen weniger Minuten komplett und in voller Ausdehnung“, berichtete der Leiter der Lübecker Berufsfeuerwehr Oliver Bäth. „Das bestätigten uns die ersten Einsatzkräfte, die nur acht Minuten nach der Alarmierung am Einsatzort eintrafen“, so Oliver Bäth weiter.

Die Feuerwehrmänner und -frauen der umliegenden Wehren konnten sich aufgrund der extrem starken Rauchentwicklung nur unter schweren Atemschutz der brennenden Lagerhalle nähren. Während der gesamten Löscharbeiten bestand akute Einsturzgefahr. Weil sich zusätzlich noch die großen äußeren Profilblechplatten aufgrund der starken Hitzeentwicklung verformten, war ein Innenangriff für alle Anwesenden ausgeschlossen. Deshalb ging Einsatzleiter Oliver Bäth bereits um 19.30 Uhr davon aus, dass die riesige Halle trotz eines massiven Löscheinsatz nicht mehr zu halten ist. Doch das war noch nicht alles – es gab noch mehr Probleme: „Die Löschwasserversorgung erwies sich auf dem Betriebsgelände als großes Problem. Um genügend Löschwasser an der Brandstelle zu bekommen, mussten mehrere Kilometer Schlauchmaterial verlegt werden“, sagte Feuerwehrpressesprecher Björn von Mateffy. „Zusätzlich mussten wir einen 2000 Liter großer Hydraulikflüssigkeitstank wegen der starken Hitzeentwicklung kühlen“, so Mateffy. Ein Übergreifen der Flammen auf weitere Gebäude war zu jeder Zeit ausgeschlossen.

Dietmar Hyzyk, Betriebsleiter von RCL, war geschockt. Er vermutet, dass noch etwas im Müll geglimmt hatte. Der Vorarbeiter der Firma hatte den Brand entdeckt. „Hier wurde sofort alles dicht gemacht und Großalarm ausgelöst. Zum Glück sind keine Personen zu Schaden gekommen“, erzählt Hyzyk kurz vor Ort. „Im Einsatz hatten wir 90 Einsatzkräfte, zwei Drehleitern mit Wenderohren, zwei Monitore sowie sieben C und B Strahlrohre“, erklärt Einsatzleiter Bäth. An den Löscharbeiten beteiligt waren die Lübecker Berufsfeuerwehrwachen 1, 2 und 4, sowie die Freiwilligen Feuerwehren aus Krummesse, Büssau, Wulfsdorf/Vorrade, und Moorgarten.

„Aufgrund der sehr starken Rauchentwicklung, wurde die Bevölkerung in Krummesse, Kronsforde und Bliestorf durch die Polizei und Radiodurchsagen aufgefordert, Türen und Fenster stets geschlossen zu halten“, sagte ein Polizeisprecher vor Ort. Gefahren für die Umwelt waren laut Feuerwehraussagen nicht zu befürchten, weil das gesamte Löschwasser in einer unter dem Gebäude befindlichen Wanne aufgefangen wurde.

Um kühle Getränke und einen kleinen Snack, kümmerte sich während des Einsatzes der Versorgungszug des Deutschen Roten Kreuz. Die Nachlöscharbeiten in der Halle der Firma Recycling Centrum Lübeck, zogen sich bis in die frühen Freitagnachmittagsstunden hin. Was den Brand ausgelöst hat, sollen jetzt Ermittler der Kriminalpolizei klären die bereits kurz nach beginn der Löscharbeiten die Ermittlungen aufnahmen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen