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12. Dezember 2017 | 16:45 Uhr

400 Millionen Euro in Wasserstraßeversenkt

vom

svz.de von
erstellt am 23.Dez.2011 | 11:10 Uhr

Der Ausbau der Havel-Oder-Wasserstraße soll nicht wie ursprünglich geplant im kommenden Jahr fortgesetzt werden. "Der dringend erforderliche Neubau zweier Brücken, die zwischen dem Schiffshebewerk Niederfinow und der Stadt Eberswalde über den Oder-Havel-Kanal führen, wurde durch das Bundesverkehrsministerium auf unbekannte Zeit zurückgestellt", bestätigte der Leiter des Wasserstraßenneubauamtes des Bundes in Berlin, Rolf Dietrich, auf Anfrage unserer Zeitung.

Hintergrund ist der Beschluss von Minister Peter Ramsauer (CSU), die Wasserstraßen zunächst nicht weiter auszubauen. Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD)kritisierte diese Entscheidung als kurzsichtig. Im Fall der Oder-Havel-Wasserstraße hat der verschobene Brückenneubau nun zur Folge, dass die Wasserstraße nicht wie vorgesehen von Containerschiffen befahren werden kann. "Die Brücken müssten von derzeit vier Metern Höhe auf eine Durchfahrtshöhe von 5,25 Metern angehoben werden können, damit Container zweilagig verschifft werden können. Erst dann macht Containertransport wirtschaftlich Sinn", erklärte Dietrich.

Der Neubau der Brücken würde zwölf Millionen Euro kosten. Die will Berlin nun nicht mehr ausgeben. Insgesamt standen für den Ausbau der Wasserstraße 400 Millionen Euro zur Verfügung, von denen der größte Teil bereits verbaut ist. Beispielsweise für das Schiffshebewerk bei Niederfinow, das 2014 fertig gestellt werden soll und über 280 Millionen Euro kosten wird. Auch dieses wird Containerschiffe aufnehmen können - allerdings erst, wenn neue Brücken gebaut würden. Baurecht für die Brücken sei bereits erteilt, sagte Dietrich. In der Nähe einer Brücke seien sogar schon Rodungen für die Baufreiheit vorgenommen worden. Im Verkehrsministerium war gestern niemand für eine Stellungnahme zu erreichen. Der Streitigkeiten um den Ausbau der Bundeswasserstraßen östlich von Berlin waren in der Vergangenheit nicht selten. Die Oder-Havel-Wasserstraße verbindet den Großraum Berlin mit dem Stettiner Hafen. Ihr Komplettausbau würde die Bedeutung der Wasserstraße für den Güter- und Containerverkehr deutlich erhöhen. "Und das neue Schiffshebewerk wurde nicht nur als Ersatzbau für das alte Hebewerk geplant, sondern auch, um die Wasserstraße durchlässiger zu machen", sagte Dietrich. "Das nützt nichts, wenn nicht die letzten Nadelöhre, die diesen Transportweg einengen, auch noch beseitigt werden."

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