Splitter : 19 Jahre Witziner Dörpschaft

Die Witziner Danzlüd in Begleitung von Mitgliedern der Kindertanzgruppe des Sternberger Heimatverein.
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Die Witziner Danzlüd in Begleitung von Mitgliedern der Kindertanzgruppe des Sternberger Heimatverein.

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16. März 2016, 09:40 Uhr

Die Dörpschaft Witzin wurde in Vorbereitung der 775-Jahr-Feier von Witzin 1996 als Heimat und Kulturverein gegründet. Zum Verein gehören die Volkstanzgruppe „Witziner Danzlüd“, die Plattsnacker, die Dorfmusikanten und die Frauengymnastikgruppe. Das Ensembles hat Auftritte bei Dorf- und Heimatfesten, bei Veranstaltungen des Heimatverbandes MV und ist natürlich auch in der eigenen Gemeinde sehr präsent. Zuletzt hatte man zu einer Nachtwanderung eingeladen, berichtet Dörpschaftsvorsitzender Willfried Thomä. Entsprechend dem „Robinson und Samstag im wilden Westen“ waren einige Teilnehmer in Westernkleidung gekommen.

3. Platz im Dorf-Wettbewerb

Im 9. Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft – Unser Dorf soll schöner werden“ hat Witzin jüngst einen ausgezeichneten dritten Platz erreicht und musste lediglich Pinnow bei Schwerin und Lohmen den Vortritt lassen. Fast wäre also eine Teilnehme am Bundesausscheid möglich gewesen. Bürgermeister Hans Hüller nahm die Bronzemedaille sportlich. Nach dem Spiel sei vor dem Spiel. In drei Jahren will man einen neuen Anlauf nehmen.

Witzin hatte mit einem für so ein kleines Dorf erstaunlich breit gefächerten kulturellen Leben gepunktet: Neujahrswanderung, Eisfest, Heimatquiz-Abend, Frühjahrslauf, Osterwanderung, Entenrennen, Dorffest, Familientag, Singen unter der Linde, Wasserfest, Fahrradrallye, Drachenfest, Skater-Hockey, Seifenkistenrennen, Adventssingen, Silvesterlauf. Und diese Aufzählung ist nur eine Auswahl. Es existiere ein gut abgestimmtes Konzept zwischen Gemeinde, Vereinen und Aktiven. Ein Sinnbild für die Zukunft Witzins ist u.a. die Kindertagesstätte, wo 25 Mädchen und Jungen betreut werden.

Baldur Beyer (l.) erklärt Dieter Warncke das Alphorn.
Foto: Traudel Leske
Baldur Beyer (l.) erklärt Dieter Warncke das Alphorn.
 

Baldur Beyer und die Alphörner

Baldur Beyer sorgt seit Jahren für die Renaissance des hierzulande ungewöhnlichen Alphornes. Zugleich ergründete er die Entwicklung der Hörnerinstrumente vom 4000 Jahren alten Rinderhorn bis in die Gegenwart. Das Middwinterhorn datiert vor der Zeitrechnung, stammt laut Beyer „von den Kelten und Germanen aus der Nordseeregion bis nach Holland und ist sehr kompliziert zu spielen. Es erfordert wegen des seitlich geschliffenen Mundstücks eine ganz besondere Blastechnik.“

Baldur Bayer, der seit Jahren Mecklenburger Alphörner baut, spielt mit Schröder, dem Bollewicker Dieter Fabich und Klaus Wissner aus Schwerin in der Witziner Alphorngruppe. Bei Auftritten wolle man jetzt auch das Middwinterhorn, das ihm jüngst Cornelia Nenz, lange Jahre Direktorin des Fritz-Reuter-Literaturmuseums Stavenhagen, übergeben hatte, einbeziehen. So am 19. Juni bei den Reuter-Festspielen in Stavenhagen.

Beyer, der 2010 im Archäologischen Freilichtmuseum Groß Raden beim dortigen Wikingertreffen erstmals einen Holländer auf einem Middwinterhorn spielen sah, kennt sich aus mit dessen Geschichte: „Es wurde einst nur an einem Tag im Jahr, dem 6. Dezember, über einem Brunnen, der als Resonanzverstärker diente, zum Heiligen Gral geblasen.“

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