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15. Dezember 2017 | 19:08 Uhr

100 Tage Sturm im Wasserglas

vom

svz.de von
erstellt am 31.Jan.2012 | 07:12 Uhr

"Es tut sich nichts", bilanzieren die Bündnis-Grünen. "100 Tage regiert - 100 Tage nichts passiert", höhnt die Linke. Das Kabinett Sellering startete Ende Oktober letzten Jahres mit einer Reihe - gelinde gesagt - merkwürdiger Personalentscheidungen. Der Chef der Landesvertretung in Berlin, Staatssekretär Thomas Freund (SPD), ein Ringstorff-Vertrauter, wurde im Namen der Frauenquote von SPD-Landeschef und Ministerpräsident Erwin Sellering in den Ruhestand geschickt. Personalbesetzungen quasi im Familienkreis der SPD folgten in den Ministerien. Auch der Streit um die Herzogskunst, das Schweriner Filmkunstfestival und die gestoppten Asbesttransporte, die noch am ehesten entschlossenes Handeln zeigten - waren kaum mehr als ein Sturm im Wasserglas. In den entscheidenden Punkten ist die rot-schwarze Koalition noch nicht in Tritt gekommen. Energiewende? Fehlanzeige! Frauenquote? Mit Hängen und Würgen! Schuldialog? Ein großes Wort! Gewiss hat der Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) ein weit schwierigeres Amt übernommen, als er es sich im Überschwange der neuen Ministerwürde schön reden konnte. Gewiss ist der parteiübergreifende Schuldialog, wie er von Sellering beschworen wird, eine tolle Idee. Aber ein Dialog braucht Zeit. Und Zeit haben die Schulen nicht. Nicht mehr. MV befindet sich im Bildungsstrudel - noch beschleunigt durch das Abbrechen des Schulstarts der Inklusion. Kinder in MV durchwandern vom ersten Tag in der Krippe bis zur Vorschule ein durchdachtes und finanziell gut gestelltes Bildungssystem. Das ist das Resultat bisheriger Politik, mit guten Konzepten für die Kita. Doch dann kommen sie in eine Schule, der es an Lehrern fehlt, wo engagierte Pädagogen durch Bürokratie demotiviert werden, wo Ganztagsbetreuung die große Ausnahme ist. Hier anzusetzen, das ist die große Aufgabe dieser Landesregierung. Auch in den ersten 100 Tagen.

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