Forstwirtschaft : Trockene Sommer: Bäume in Rostocker Heide müssen kämpfen

Trockene Wälder. /dpa-Zentralbild/ZB/Archivbild
Trockene Wälder. /dpa-Zentralbild/ZB/Archivbild

Die extrem trockenen und heißen Sommermonate 2018 und 2019 haben der Natur ordentlich zugesetzt. Selbst in der Rostocker Heide, die dank der nahen Ostsee ein vergleichbar moderates Binnenklima hat, leiden die Bäume.

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23. Mai 2020, 10:17 Uhr

Nach den trockenen und heißen Sommermonaten der vergangenen zwei Jahre sind die Spuren in der Rostocker Heide deutlich zu sehen. Vor allem die Buchen, der wichtigste Baum dieser Region, sei betroffen. «Ein Drittel der Buchen hat massive Probleme», sagte der Leiter des Stadtforstamtes, Jörg Harmuth. Bei vielen anderen Buchen und auch Baumarten seien Vorschädigungen zu beobachten.

Die Situation könne in manchen Bereichen des rund 6000 Hektar großen Waldgebiets als dramatisch bezeichnet werden. «Es kann sein, dass es da in Größenordnungen Ausfälle gibt.» Eine genaue Einschätzung, ob die Bäume einen dritten, vergleichbar trockenen Sommer überstehen, könne er aber nicht abgeben. «Bäume reagieren individuell.» Allerdings weist die Niederschlagsbilanz im Raum Rostock für die Monate März bis Mai ein erhebliches Minus von etwa 50 Prozent aus.

In Gefahr seien vor allem die älteren Bäume, die enorme Mengen Wasser brauchen, um ihre bis zu 25 Meter hohen Kronen ausreichend zu versorgen. Wenn das Wasser in den tiefen Bodenschichten nicht mehr da ist, reduzierten sie aktiv ihre Kronen. «Diese Reaktion ist auch für Laien gut zu beobachten», erklärte Harmuth.

«Wir haben gedacht, dass die Buche durch das Küstenklima stabil genug ist - aber das ist sie nicht.» Dabei sei die Rostocker Heide wegen ihrer Nähe zur Ostsee und des feuchten Klimas insgesamt gut aufgestellt, betonte Harmuth. Er verwies auf den Waldzustandsbericht, den Umweltminister Till Backhaus (SPD) im Februar vorgestellt hatte. Danach verdoppelte sich landesweit der Anteil sichtbar geschädigter Bäume mit mehr als 25 Prozent Nadel- oder Blattverlust von 17 Prozent im Jahr 2018 auf 33 im Jahr 2019.

Förster wie Harmuth stehen nun vor der Aufgabe, den Wald so zu gestalten, dass er mit der fortschreitenden Klimaveränderung umgehen kann. «Gleichzeitig sollte das mit den Wünschen des Menschen in Übereinstimmung gebracht werden.» Da müssten die Verantwortlichen darauf schauen, was die Natur anbietet und was auch ganz alleine an den jeweiligen Standorten in Ruhe wachsen kann. «Der Wald gibt die Richtung vor.»

Allerdings sei auch klar, dass der Mensch in Wäldern wie der Rostocker Heide mehr als nur Beobachter sei. «Wir müssen schauen, dass das, was trotz Trockenheit wachsen will, auch wachsen kann und nicht gefressen wird.» Dazu brauche es neben dem aktiven Schutz der jungen Bäume die Jagd.

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