Prozesse : Sechs Jahre Haft für Drogengeschäfte auf Reiterhof

Justitia mit Holzhammer und Aktenstapel. /dpa/Symbolbild
Justitia mit Holzhammer und Aktenstapel. /dpa/Symbolbild

Waren die Pferde nur Fassade? Eine Familie im Südwesten des Landes hat ihren Reiterhof für schwunghafte Drogengeschäfte genutzt.

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18. November 2019, 15:55 Uhr

Wegen bandenmäßigen Drogenhandels auf seinem Reiterhof ist ein 54-Jähriger aus dem Landkreis Ludwiglust-Parchim am Montag zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Seine 53 Jahre alte Ehefrau und seine 34 Jahre alte Tochter erhielten wegen Beihilfe vom Landgericht Schwerin Bewährungsstrafen von jeweils zwei Jahren. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Familie in den Jahren 2013 bis 2016 mindestens 55 Kilogramm Marihuana für etwa 248 000 Euro verkauft hat. Die Cannabispflanzen, aus denen sie das Marihuana gewonnen hatte, wurden auf dem eigenen Hof gezüchtet.

Im Strafmaß für den hauptangeklagten Vater ist eine Verurteilung vom Dezember 2017 einbezogen. Damals wurde er wegen ähnlicher Delikte aus den Jahren 2016 und 2017 zu vier Jahren und einem Monat Haft verurteilt. Sein damals 29 Jahre alte Sohn wurde ebenfalls schuldig gesprochen. Sein Strafmaß betrug vier Jahre und drei Monate.

Das Schweriner Landgericht wertete die Straftaten für alle drei Angeklagten als minderschwere Fälle. In der Regel sieht das Gesetz für Taten von Bandenmitgliedern mindestens fünf Jahre Haft vor. Das Gericht wertete unter anderem die Geständnisse als strafmildernd. Außerdem hätten alle drei Reue gezeigt, so der Vorsitzende Richter. Vom Strafmaß unabhängig wurde der Vater verurteilt, die aus den Drogengeschäften gewonnenen Einnahmen in Höhe von 248 000 Euro an die Staatskasse abzuführen.

Der 54-Jährige, der aus den Niederlanden stammt, hatte eingeräumt, seit 2010 auf seinem Resthof in einem Dorf bei Ludwigslust, wo er offiziell eine Pferdezucht betrieb, Cannabis angebaut und geerntet zu haben. Etwa 115 Pflanzen umfasste seine Plantage. Das daraus gewonnene Marihuana verkaufte er an einen Nachbarn, der es weiterverkaufte. Die Ehefrau und Tochter wussten nach Auffassung des Gerichts von Anfang an von den Drogengeschäften. Sie gaben mehrmals die abgepackten Drogen heraus und kassierten das Geld, wenn der Hauptangeklagte verhindert war.

Spätestens 2015 verlegte der Hauptangeklagte zusammen mit seinem Sohn die Cannabis-Plantage in eine hermetisch abgeriegelte Halle auf einem Hof in der Nähe von Hagenow. Bei einer Razzia im Frühjahr 2017 fanden die Ermittler dort mehr als 200 Pflanzen. Den Geschäften der Familie waren sie durch Hinweise aus dem Drogen-Milieu auf die Spur gekommen. Über längere Zeit hörten sie die Telefone ab.

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