Schiffbau : Peene-Werft wartet auf Entscheidung zu Patrouillenbooten

Seit einem Jahr liegen auf der Peene-Werft Wolgast fertige Patrouillenboote, die nicht ausgeliefert werden dürfen. Die Lürssen-Gruppe stoppte den Weiterbau. Durch die Umschichtung von Arbeit sind jetzt alle Mitarbeiter wieder vollbeschäftigt.

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12. Oktober 2019, 09:08 Uhr

Ein Jahr nach dem Rüstungsexportstopp nach Saudi-Arabien sitzt die Peene-Werft Wolgast noch immer auf Patrouillenbooten für das Innenministerium in Riad. Ob die beiden fertigen, die vier rohbaufertigen Schiffe und ein Ausbildungsschiff jemals ihre Auftraggeber erreichen, ist unklar. Das Exportverbot wurde von der Bundesregierung zunächst bis Ende März 2020 verlängert.

Die Belegschaft der zur Bremer Lürssen-Gruppe gehörenden Werft, die IG Metall und viele Politiker hoffen auf eine Übernahme der Boote durch die Deutsche Marine, den Zoll oder die Bundespolizei. Bis jetzt wurde noch keine Entscheidung bekannt. Insgesamt umfasste der Auftrag 35 Patrouillenboote. 15 waren im Herbst 2018 bereits ausgeliefert worden.

Die IG Metall fordert nach den Worten ihres Regionalbevollmächtigten Guido Fröschke von den deutschen Behörden, die Boote zu übernehmen und sie zur Menschenrettung im Mittelmeer einzusetzen.

Für die 300 Beschäftigten der Werft hat sich die Situation trotz des weiterbestehenden Exportverbotes verbessert. Die Kurzarbeit wegen des Produktionsstopps für die Patrouillenboote ist beendet. «Dank einer Verschiebung von Arbeitspaketen innerhalb der Unternehmensgruppe konnte (...) die Kurzarbeit bereits im Juni weitgehend kompensiert werden», sagte ein Firmensprecher.

Nach Gewerkschaftsangaben hat die Werft zusätzliche Reparaturaufträge erhalten. Im April legte sie die erste von fünf Korvetten einer neuen Serie für die Deutsche Marine auf Kiel. In Wolgast werden die sogenannten Hinterschiffe gebaut, andere Teile in Bremen, Kiel und Hamburg. Zudem baut die Werft an einer Yacht für Polargebiete für einen Auftraggeber in Norwegen.

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