Extremismus : Opferverein Lobbi registriert weniger rechte Angriffe

Ein Hakenkreuz ist auf einem Stromkasten zu sehen. /dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild
Ein Hakenkreuz ist auf einem Stromkasten zu sehen. /dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Der Opferberatungsverein «Lobbi» hat im vergangenen Jahr 89 rechte Angriffe auf insgesamt 127 Menschen in Mecklenburg-Vorpommern registriert. Das sind weniger Attacken als in den beiden Vorjahren, als 96 (2018) beziehungsweise 107 (2017) Vorfälle verzeichnet wurden.

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26. März 2020, 15:35 Uhr

Von einer Beruhigung könne trotz der gesunkenen Zahlen nicht ausgegangen werden, sagte Robert Schiedewitz von «Lobbi» am Donnerstag. Das politische Klima deute eher darauf hin, dass zukünftig mit weiteren Angriffen zu rechnen sei. «So entstehen im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie nicht nur neue Verschwörungstheorien, auch rassistisch aufgeladene Schuldzuweisungen haben Konjunktur.»

Das häufigste Tatmotiv sei 2019 - wie auch in den Jahren davor - Rassismus mit 64 von «Lobbi» registrierten Angriffen gewesen. Es seien aber auch Menschen attackiert worden, die von der rechten Szene als Gegner wahrgenommen würden (9 Angriffe). In mindestens fünf Fällen hätten die Täter die vermeintliche sexuelle Orientierung oder Identität der Betroffenen zum Anlass genommen, sie anzugreifen.

«Lobbi» geht von einem großen Dunkelfeld aus. «Betroffene nehmen selbst tätliche Angriffe oft nur noch als weitere Feindseligkeit wahr, wie sie sie alltäglich erleben müssen», so Schiedewitz. Er warnte vor einer Bagatellisierung solcher Attacken in der Gesellschaft.

Das Innenministerium hatte Anfang Februar auf der Basis vorläufiger Daten von 76 politisch motivierten Gewalttaten im Jahr 2019 berichtet, die zum Großteil rechten Tatverdächtigen zur Last gelegt wurden. Die Zahlen differieren jährlich - «Lobbi» erfährt nach eigenen Angaben auch von Taten, die aus unterschiedlichen Gründen nicht bei der Polizei angezeigt werden.

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