Zukunfts-Konferenz NETZfeld in Golchen : „Meck-Schweizer“: Regionale Produkte einfach online bestellen

„Meck-Schweizer“ liefert regionale Produkte auf Bestellung per Solarauto

„Meck-Schweizer“ liefert regionale Produkte auf Bestellung per Solarauto

Der digitale Wandel krempelt ländliche Regionen um – und bietet neue Chancen. Dörte Wollenberg und ihr Team haben mit „Meck-Schweizer“ eine technische Lösung für den regionalen Handel entwickelt. 

svz.de von
21. März 2019, 19:48 Uhr

Auf dem Land im Dorfladen regionale Produkte kaufen, klingt simpel, ist aber gar nicht immer so üblich. Das hat die Genossenschaft „Meck-Schweizer“ herausgefunden und bietet genau für dieses Problem eine Lösung an. Auf der Internet-Plattform können Gastronomen und Ladenbesitzer regionale Produkte einkaufen, die dann in ihren Dorfläden weiter an den Endkunden verkauft werden. 

Über die Idee der B2B-Software, und warum diese Art des Einkaufens ländliche Räume strukturell stärkt und lebenswert macht, spricht Dörte Wollenberg am 26.3. auf der Konferenz NETZfeld in Golchen, bei der es um die digitale Zukunft des Landlebens und der regionalen Wirtschaft geht. 

NETZfeld-Konferenz am 26.03. in Golchen

Die Digitalisierung stellt den ländlichen Raum vor neue, große Herausforderungen. Darum geht es auf der Netzfeld-Konferenz, einem neuen Format vom medienhaus:nord, zu dem die „Schweriner Volkszeitung“ gehört. Die Premiere steigt am Dienstag, 26. März, auf dem Golchener Hof bei Brüel. Dort kommen Akteure und Entscheider aus der regionalen Wirtschaft zusammen – nicht nur um die Probleme anzusprechen, sondern um Lösungen zu finden. Anhand von Beispielen aus der Wirtschaft soll gezeigt werden, welche langfristigen Möglichkeiten die Digitalisierung für ländliche Räume mit sich bringt. Die Konferenz richtet sich an kleine und mittelständische Unternehmen, Handwerksbetriebe, Tourismusunternehmen, Einzelhändler – an alle Entscheider der regionalen Wirtschaft, die die Möglichkeiten nutzen wollen, die durch die Digitalisierung entstehen. Die Menschen im nächsten Dorf, im nächsten Landkreis, wissen oft nichts von den im Nachbarort gefundenen Lösungen, obwohl sie die gleichen Probleme haben. Netzfeld bringt genau diese Menschen zusammen. Wer dabei sein möchte, sollte sich schnell ein Ticket sichern.

>> Das Programm gibt es im Internet unter www.netzfeld.info
>> Tickets gibt es in den Kundencentern der Schweriner Volkszeitung und des Prignitzer.

Regionale Produkte im Fokus

Zu der Idee von „Meck-Schweizer“ kam es folgendermaßen: 2014 in der Fastenzeit hatte die Nordkirche das Motto „sieben Wochen mit regionalen Produkten“ ausgerufen, erzählt Dörte Wollenberg am Telefon. Die Agrarwissenschaftlerin ist seit zwei Jahren Teil des Meck-Schweizer-Team. Ihr Geschäftspartner Bernd Kleist hat selbst einen Dorfladen auf einem Hof in Gessin in der Mecklenburgischen Schweiz und wollte das Thema damals mit dem Pastor vor Ort gemeinsam beleben.

Also fuhr Bernd Kleist durch Mecklenburg-Vorpommern, um an regionale Produkte aus der Nachbarschaft für seinen Dorfladen zu kommen. Und zwei Dinge wurden ihm bewusst: Erstens gibt es keine Übersicht über Produkte aus der Region und zweitens gibt es nicht die benötigte Infrastruktur. Konkret bedeutet das: Der Kürbis, der zwei Dörfer weiter geerntet wurde, macht erstmal eine Reise nach Berlin, um dann in Rostock verkauft zu werden.

Händler, Landwirte und Gastronomen  vernetzen sich per Internet

Die Idee von „Meck-Schweizer“: Händler und Landwirte aus der Region registrieren sich auf der Plattform, verwalten ihr Angebot komplett selbst und verkaufen über die Plattform ihre Produkte an Dorfläden oder Gastronomen – der Endkunde kauft dann wie gewohnt regionale Produkte in seinem Dorfladen oder speist im Lokal regional: „Wir wollten den Einzelhandel stärken und die Regional-Produkte in das Regal stellen. Wir wollten eine Struktur für den Ort schaffen“, so Wollenberg.

Dabei ist die Plattform kein Händler, es ist ein Direkteinkauf – bezahlt wird in einer Rechnung: „Der Käufer merkt nicht, dass er bei verschiedenen Produzenten einkauft, er kauft verschiedene Produkte und zahlt alles gemeinsam.“ 

Geliefert werden die Produkte mit Autos die mit Solarstrom getankt werden: „Der Strom kommt vom Ladendach, er wird für den gesamten Hof und alle Autos genutzt“, so Wollenberg.

Akzeptanz für „Meck-Schweizer“ stärken

Und obwohl das alles so sonnig klingt, braucht es noch Akzeptanz für die Plattform, so Wollenberg. „Das Projekt finden alle total schön, aber das Verhalten dahingehend zu ändern hier auch einzukaufen, das ist wirklich schwer.“ Denn: „Der Ladeninhaber und der Gastronom müssen es unbedingt wollen. Sie werden immer einen zusätzlichen Schritt gehen müssen.“ Denn für Ladenbesitzer wird „Meck-Schweizer“ immer ein Zweitlieferant sein, wenn sie ihr Dorf mit einer großen Produktpalette ausstatten wollen. Regionale Bananen oder Ananas gibt es eben nicht.

Mehr zur Zukunfts-Konferenz „NETZfeld“:

„Meck-Schweizer“ wird vom europäischem Fond und dem Leader-Fond gefördert. Wer jetzt Lust auf regionale Produkte hat, kann zum Beispiel beim EDEKA Nötzelmann im Schlossparkcenter Schwerin zugreifen, die erste Lieferung ist diese Woche unterwegs. 

*Die Autorin ist Teil des NETZfeld-Teams 

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