Mecklenburg-Vorpommern : Fifty-Fifty-Taxi rettet 2020 wieder Leben

Aktion gegen Disco-Unfälle: Landtag stellt 90 000 Euro bereit

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17. September 2019, 20:00 Uhr

Eine Erfolgsgeschichte wird im nächsten Jahr fortgeführt. Auch 2020 können jugendliche Nachtschwärmer zum halben Preis mit dem Taxi zur Disco und wieder nach Hause fahren. Der Landtag will bis zu 90 000 Euro für die Fortführung des „Fifty-Fifty-Taxis“ – eine Aktion gegen tödliche Verkehrsunfälle nach Disco-Besuchen– bereitstellen, teilte das Verkehrsministerium auf Nachfrage unserer Redaktion mit.

„Wir wollen, dass junge Menschen entspannte Wochenenden verbringen können. Jedes verkaufte Ticket ist ein Stück mehr Verkehrssicherheit für junge Menschen“, sagte Verkehrsminister Christian Pegel. Statt nach der Disco bei angetrunkenen Kumpels ins Auto zu steigen, kann kostengünstig ein sicheres Taxi genommen werden.

Besonders in ländlichen Regionen habe sich das „Fifty-Fifty-Taxi“ zu einer beliebten Alternative entwickelt. So wurden nach Angaben des Ministeriums in den ersten sieben Monaten dieses Jahres bereits landesweit 14 157 Tickets verkauft. Im gesamten vergangenen Jahr waren es 26  762 Tickets. Ähnlich hoch waren die Zahlen in den zwei Jahren zuvor.

Die Aktion war 1998 ins Leben gerufen worden, nachdem es in Mecklenburg-Vorpommern zu vielen tödlichen Verkehrsunfällen junger Menschen auf dem Heimweg von der Disco gekommen war. Seitdem hat sich die Zahl der Verunglückten deutlich reduziert. 2003, fünf Jahre nach Beginn der Aktion, gab es noch 28 Getötete nach Disco-Unfällen. Zwölf Jahre später waren es nur noch zwei Verkehrstote.

Die Tickets können in den etwa 40 AOK-Servicecentern im Land gekauft werden. Die Gutscheine haben einen Wert von jeweils fünf Euro, kosten aber nur 2,50 Euro. Kaufen kann die Tickets jeder, einlösen dürfen sie nur Jugendliche im Alter zwischen 16 und 25 Jahren. Die Gutscheine gelten Freitag- und Samstagnacht sowie an Feiertagen, jeweils von 20 bis 8 Uhr des Folgetages. Die Fahrt darf auch über die Landesgrenze hinausgehen. Sie muss allerdings in Mecklenburg-Vorpommern starten oder enden.

Neben dem Verkehrsministerium unterstützen die AOK und das Taxigewerbe die Aktion. „Wir freuen uns, dass es mit Hilfe des Fifty-Fifty-Taxis gelingt, die Straßen in Mecklenburg-Vorpommern sicherer zu machen und junges Leben zu schützen“, sagte Toralf Keiler, Vorsitzender des Landesverbandes des Taxi- und Mietwagengewerbes.

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