Bildung : Debatte um Referendariatsplätze: Grüne für Platzgarantie

Ulrike Berger, Co-Landesvorsitzende der Grünen in Mecklenburg-Vorpommern. /dpa/Archivbild
Ulrike Berger, Co-Landesvorsitzende der Grünen in Mecklenburg-Vorpommern. /dpa/Archivbild

Mecklenburg-Vorpommern kann seinen Bedarf an Lehrern nicht mit Lehramtsstudenten decken. Schon beim Vorbereitungsdienst, dem Referendariat, bleiben viele Plätze unbesetzt. Die Grünen wollen Studenten mit einer Platzgarantie im Land halten.

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20. November 2019, 17:46 Uhr

Dem Junglehrermangel in Mecklenburg-Vorpommern wollen die nicht im Landtag vertretenen Grünen mit einer Garantie für einen Referendariatsplatz begegnen. Jeder Lehramtsstudent im Land mit erfolgreich abgelegtem ersten Staatsexamen soll demnach ein Anrecht auf die 18-monatige Praxis-Ausbildung erhalten. «Wir können es uns nicht leisten, dass abgelehnte Bewerberinnen und Bewerber mitten in der Ausbildung in andere Bundesländer abwandern, in der Hoffnung sie anschließend mit teuren Lehrerwerbekampagnen wieder ins Land zurückholen zu können», erklärte Grünen-Landeschefin Ulrike Berger am Mittwoch. Zuvor hatte die «Ostsee-Zeitung» berichtet.

Berger forderte eine entsprechende Änderung der aktuell beratenen Lehrerausbildungskapazitätsverordnung. Die darin enthaltene Beschränkung der zum 1. Februar 2020 ausgeschriebenen Plätze auf 279 schaffe Unsicherheit für angehende Lehrkräfte, sei wirtschaftlich unsinnig und für die Sicherung des Fachkräftebedarfs kontraproduktiv. Das Referendariat ist Pflichtbestandteil der Lehrerausbildung.

Eine Sprecherin des Bildungsministeriums wies die Darstellung Bergers zurück. Die Zahl der ausgeschriebenen Stellen ergebe sich automatisch aus der Differenz zwischen der im Haushalt vorgesehenen maximal zur Verfügung stehenden und den bereits besetzten Referendarsstellen. «Das bedeutet, dass alle Stellen, die frei sind, auch ausgeschrieben werden», sagte die Sprecherin. Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) habe die Schulverwaltungen ausdrücklich angewiesen, dass alle Bewerber mit den nötigen Abschlüsse auch eingestellt werden. Das Land stellt vier Mal im Jahr Referendare ein. Für 2019 waren insgesamt - zum Teil wiederholt - 1057 Stellen ausgeschrieben worden. Nur knapp 500 konnten schließlich besetzt werden. Nach Angaben Martins muss das Land jährlich etwa 700 Lehrer einstellen, um altersbedingt ausscheidende Kollegen zu ersetzen oder Zusatzbedarf zu decken. In Mecklenburg-Vorpommern sind rund 12 000 Lehrer tätig, 60 Prozent davon sind älter als 50 Jahre. Unter den rund 650 Neueinstellungen zum Schuljahr 2019/2020 war nach Angaben der oppositionellen Linken jeder dritte ein Seiteneinsteiger ohne pädagogische Ausbildung.

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