Fischerei : Brexit mit Risiken für Hochseefischerei: Backhaus in Sorge

Mecklenburg-Vorpommerns Agrar- und Umweltminister Till Backhaus (SPD). /dpa/Archiv
Mecklenburg-Vorpommerns Agrar- und Umweltminister Till Backhaus (SPD). /dpa/Archiv

Die Briten sind raus aus der EU und für die Wirtschaftsbeziehungen gelten nur noch begrenzt die alten Regeln. Für die Fischerei könnte die Trennung fatale Folgen haben, befürchtet Agrarminister Till Backhaus.

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04. Februar 2020, 14:05 Uhr

Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister Till Backhaus (SPD) fürchtet nach dem Ausscheiden Großbritanniens aus der EU um die Fangmöglichkeiten der deutschen Hochseefischerei und nachteilige Folgen selbst für die Kutter- und Küstenfischer im Land. Laut Backhaus landet ein Teil der Fänge aus britischen Gewässern im großen Fischverarbeitungswerk in Sassnitz auf Rügen. Gelinge es nicht, in den kommenden Monaten ein Fischereiabkommen mit Großbritannien abzuschließen, das auch deutschen Schiffen weiterhin die Möglichkeit zum Fischen gibt, sei der Rohstoff-Nachschub akut gefährdet. Für das Jahr 2020 würden noch alte Regeln gelten.

Erschwerend hinzu komme die neuerliche Quotensenkung für den Fang des Ostsee-Herings auf nur noch 1000 Tonnen im Jahr. «Das ist eine massive Verringerung. Wenn uns dann noch die Fänge aus britischen Gewässern verloren gehen, dann steht das Fischverarbeitungszentrum auf Rügen mit seinen gut 200 Beschäftigten in Frage», sagte der Minister. Betroffen wären dann auch die weiterverarbeitende Industrie und die Küstenfischer, die einen wichtigen Abnehmer verlören. «In der gesamten Kette stehen Umsätze von hochgerechnet einer halben Milliarde Euro bei uns auf dem Spiel», erklärte Backhaus.

Backhaus hofft auf erfolgreiche Verhandlungen zwischen EU und London, wie auch der Vorsitzende des Deutschen Hochseefischerei-Verbandes, Uwe Richter. «Wenn das Fischereiabkommen nicht bis Ende 2020 ratifiziert ist, dürfen wir nicht mehr in britische Gewässer fahren», hatte Richter jüngst die Folgen deutlich gemacht. Der gesamte Nordsee-Hering, der in Sassnitz auf Rügen bei der Euro-Baltic Fischverarbeitungs GmbH verarbeitet wird, stamme aus britischen Gewässern, sagte Richter, der zugleich auch Geschäftsführer bei Euro-Baltic ist. Von dort kämen pro Jahr 40 000 bis 45 000 Tonnen - 90 Prozent des gesamten Verarbeitungsmenge des Werks auf Rügen.

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