Zukunfts-Konferenz NETZfeld Golchen : Hier wird das Smartphone zum Stadtführer

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Der digitale Wandel krempelt ländliche Regionen um – und bietet neue Chancen. Thomas Kalweit hat die App „Audiofish“ entwickelt, mit der jede Kleinstadt ihre touristischen Höhepunkte präsentieren kann.

svz.de von
11. März 2019, 20:00 Uhr

Zum Musiker hat es nicht gereicht, sagt Thomas Kalweit, seine Leidenschaft für Audio ist aber geblieben. Und so kam der Ahrenshooper auf die Idee, einen Audio-Reiseführer für seinen Heimatort zu entwickeln. „Audiofish“, das ist Geschichte und Heimatliebe zum Hören. Wie im Museum eben. Über die Weiterentwicklung seiner Idee, und wie sie ländliche Räume touristisch erlebbar machen kann, spricht er am 26.3. auf der Konferenz NETZfeld in Golchen, bei der es um die digitale Zukunft des Landlebens und die regionale Wirtschaft geht.

NETZfeld-Konferenz am 26.03. in Golchen

Die Digitalisierung stellt den ländlichen Raum vor neue, große Herausforderungen. Darum geht es auf der Netzfeld-Konferenz, einem neuen Format vom medienhaus:nord, zu dem die „Schweriner Volkszeitung“ gehört. Die Premiere steigt am Dienstag, 26. März, auf dem Golchener Hof bei Brüel. Dort kommen Akteure und Entscheider aus der regionalen Wirtschaft zusammen – nicht nur um die Probleme anzusprechen, sondern um Lösungen zu finden. Anhand von Beispielen aus der Wirtschaft soll gezeigt werden, welche langfristigen Möglichkeiten die Digitalisierung für ländliche Räume mit sich bringt. Die Konferenz richtet sich an kleine und mittelständische Unternehmen, Handwerksbetriebe, Tourismusunternehmen, Einzelhändler – an alle Entscheider der regionalen Wirtschaft, die die Möglichkeiten nutzen wollen, die durch die Digitalisierung entstehen. Die Menschen im nächsten Dorf, im nächsten Landkreis, wissen oft nichts von den im Nachbarort gefundenen Lösungen, obwohl sie die gleichen Probleme haben. Netzfeld bringt genau diese Menschen zusammen. Wer dabei sein möchte, sollte sich schnell ein Ticket sichern.

>> Programm und Karten gibt es im Internet unter www.netzfeld.info

Desiree Holzerland

„Die Idee war ganz einfach, während eines schönen Spaziergangs mehr über den Ort zu lernen“, sagt Kalweit über seine App „Audiofish“. Denn Ahrenshoop ist bei Touristen beliebt.

Also recherchierte der 29-Jährige in Geschichts- und Literaturbüchern und sprach mit Menschen, über die Geschichte des Ortes. So erfuhr er zum Beispiel, dass Gerhard Marcks, der Bildhauer, dessen Kunst während der NS-Zeit als entartet galt, einige Zeit auch in Ahrenshoop gelebt hat.

Die App Audiofish führt Besucher zu dem ehemaligen Haus des Künstlers Marcks, in dem dann Briefe des Bildhauers vorgelesen werden und von einem Erzähler eingeordnet werden. „Das besondere an der App ist die Inhaltsaufbereitung: Es sind viele kleine Geschichten“, so Kalweit.

Dennoch sieht er, dass der App-Kauf für Besucher von Ahrenshoop, also Touristen, problematisch ist: „Der durchschnittliche Besucher ist etwa 55 Jahre alt“, sagt er. „Viele kriegen das ganz easy hin, andere scheitern.“ Was Digitalisierung angehe, sei er deshalb auch konservativ: „Digitales muss immer ein Werkzeug sein, nicht der Zweck.“

Es nutze nichts, tolle digitale Lösungen zu finden, wenn die Nutzer diese nicht anwenden können. Und dennoch ist er sich sicher, dass sich diese Probleme lösen lassen: „Man muss an ein älteres Zielpublikum denken. Die Nutzung muss barrierefrei sein und auch auf alten Handys funktionieren“, sagt Kalweit.

Gerade hat er einen zweiten Audio-Guide für den Ort Gadebusch erstellt. Der damit seinen Touristen einen Mehrwert bieten will.

Mehr zur Zukunfts-Konferenz „NETZfeld“:

Und nun sitzt Kalweit schon an den nächsten Projekten. Unter anderem geht es um Guides für Museen im ländlichen Raum. „Die Probleme von kleinen Museen im ländlichen Raum sind fehlendes Geld und fehlende Expertise, wenn es um digitale Lösungen geht.“ Auch schlechte Internetverbindung spiele auf dem Land eben immer noch eine Rolle. Aber Thomas Kalweit hat da schon ein paar Ideen. Unter anderem benötigt seine App gar keine Internetverbindung sondern funktioniert mit GPS.

Sie finden Thomas Kalweit und seine Ideen spannend? Sie haben Lust sich vorzustellen was passiert, wenn überall Glasfaser verlegt ist? Treffen Sie Thomas Kalweit und andere spannende digitale Pioniere auf der NETZfeld in Golchen.

Erfahren Sie hier mehr: „NETZfeld“ – Die Zukunft des Landlebens mitgestalten

Programm der NETZfeld"
Die Konferenz zur digitalen Zukunft des Landlebens

26.03. Golchener Hof

13:00 Uhr
Grußwort Stefan Sternberg, Landrat Landkreis Ludwigslust-Parchim

13:15 Uhr
Impulsvortrag „Regionale Wirtschaft und Digitalisierung“, Jörg Klingohr

Best-Practice-Beispiele
13:45 Uhr
So geht digitale Prozess- und Workflowoptimierung im Handwerk
Steffen Huber, Dachdeckerei Huber aus Neustadt-Glewe

14:05 Uhr
Digitale Angebote für den Kulturtourismus im ländlichen Raum
Thomas Kalweit, audiofish.de

14:25 Uhr
Wirklich regional: Wie eine Plattform den Handel regionaler Produkte stärkt
Dörte Wollenberg, Meck-Schweizer

14:45 Uhr
So hilft die Entwicklung einer regionalen digitalen Tourismusplattform allen Anbietern vor Ort - Dirk Klein, Haffhus

15:05 Uhr
Made in MV – das sind die spannendsten Digital- und NewWork-MacherInnen aus Mecklenburg-Vorpommern und das können wir von ihnen lernen
Kevin Friedersdorf, Mandarin Medien

15:30 Uhr
Essen und Austausch mit den Speakern

16:30 Uhr
Kamingespräch Mareike Donath, Leiterin der Stabstelle Digitalisierung Ministerium für  Energie, Infrastruktur und Digitalisierung.

17:00 Uhr
Gelegenheit zum Networking

18:00 Uhr
Ende der Veranstaltung

QUIZ: Wie gut kennen Sie Mecklenburg-Vorpommern?

Kennen Sie Mecklenburg-Vorpommern so gut wie Thomas Kalweit, der auch einen Geschichts-Podcast über Mecklenburg-Vorpommern hat? Testen Sie es aus:


*Die Autorin ist Mitglied des NETZfeld Event-Teams.
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