Terror in Frankreich : Zwei Tote in Supermarkt in Trèbes – Geiselnehmer erschossen

Der Supermarkt „Super U“ in Trèbes, wo der Täter Geiseln genommen hat.

Der Supermarkt „Super U“ in Trèbes, wo der Täter Geiseln genommen hat.

Der Täter handelte möglicherweise im Auftrag des Islamischen Staates. Die Pariser Staatsanwaltschaft ermittelt.

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23. März 2018, 13:29 Uhr

Carcassonne/Trèbes | Die Geiselnahme in einem Supermarkt in Südfrankreich ist beendet. Der Täter sei erschossen worden, teilte Innenminister Gérard Collomb am Freitag auf Twitter mit. Er kündigte eine Stellungnahme an. Die französische Nachrichtenagentur AFP berichtete unter Berufung auf Ermittlerkreise, der Täter sei von Einsatzkräften getötet worden. Der zuletzt als einzige Geisel festgehaltene Polizeibeamte sei verletzt worden.

Die Geiselnahme in dem kleinen Ort Trèbes bei Carcassonne hatte am Vormittag begonnen, die Behörden gehen von einem Terrorakt aus. Der Mann soll sich auf die Terrormiliz Islamischer Staat berufen haben. Das meldete die französische Nachrichtenagentur AFP am Freitag unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft von Carcassonne. Mindestens zwei Menschen sind laut AFP getötet worden. Auch drei Verletzte soll es geben.

Frankreich war in den vergangenen Jahren mehrfach Ziel islamistischer Anschläge. Vor allem die Attacken von Paris 2015 und Nizza 2016 hatten das Land schwer erschüttert. Die Behörden sprechen regelmäßig von einer weiterhin hohen Gefahr. Innenminister Collomb hatte Ende Februar berichtet, dass seit Jahrestag zwei Anschläge auf eine Sportstätte und auf Militärkräfte vereitelt worden seien.

Der Täter habe außerdem die Freilassung des Terrorverdächtigen Salah Abdeslam gefordert, berichtet der TV-Sender BMFTV ohne Angabe einer klaren Quelle. Der französische Staatsbürger Abdeslam soll zu einer Terrorzelle der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) gehören, die die schweren Anschläge in Paris im November 2015 und in Brüssel im März 2016 verübte. Er sitzt in Frankreich in Untersuchungshaft.

Geiselnehmer offenbar identifiziert

Die Polizei konnte den Geiselnehmer laut französischen Medienberichten identifizieren. Wie der Radiosender France Info meldete, ist der Mann den Geheimdiensten bekannt und in einer Datenbank zur Bekämpfung von Terrorismus und Radikalisierung verzeichnet. Die südfranzösische Zeitung „La Dépêche du Midi“ berichtete darüber hinaus, der Terrorist sei Marokkaner im Alter zwischen 30 und 40 Jahren. Er sei anhand des Nummernschildes seines Autos identifiziert worden. Den Wagen fanden die Fahnder auf dem Parkplatz des Supermarktes.

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Die Anti-Terror-Abteilung der Pariser Staatsanwaltschaft hatte zuvor eine Untersuchung wegen Mordes und versuchten Mordes im Zusammenhang mit Terrorismus eingeleitet. Das teilte die Behörde am Freitag mit. Außerdem wird wegen Freiheitsberaubung ermittelt.

Polizisten sichern die Straßen in dem kleinen Ort Trèbes nahe Carcassonne ab.
dpa

Polizisten sichern die Straßen in dem kleinen Ort Trèbes nahe Carcassonne ab.

Schüsse auf Polizisten in Carcassonne

In Carcassonne wurde am Freitag zudem ein Polizist verletzt, als ein Unbekannter aus einem Auto heraus das Feuer auf Beamte eröffnete, die gerade vom Jogging zurückkamen. Das bestätigte ein Polizeisprecher. Premierminister Édouard Philippe bestätigte, dass der im nur wenige Kilometer entfernten Carcassonne verletzte Polizist nicht in Lebensgefahr sei.

Polizisten nehmen am Tatort einer Schießerei in einem Ort am Rande von Carcassonne Spuren auf.
dpa

Polizisten nehmen am Tatort einer Schießerei in einem Ort am Rande von Carcassonne Spuren auf.

Zwischen der Geiselnahme in dem Supermarkt und dem kurz zuvor abgegebenen Schuss gibt es offensichtlich einen Zusammenhang. Das Autos des Schützen sei auf dem Parkplatz des Supermarktes entdeckt worden, berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP am Freitag unter Berufung auf Ermittlerkreise.

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