In 11.000 Metern Tiefe : Plastiktüte an der tiefsten Stelle der Meere entdeckt

<p>Die Verschmutzung der Meere wird auch an den deutschen Küsten sichtbar. (Symbolbild)</p>
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Die Verschmutzung der Meere wird auch an den deutschen Küsten sichtbar. (Symbolbild)

Die Untiefen des Marianengrabens sind kaum erforscht. Menschliche Hinterlassenschaften finden sich dennoch.

svz.de von
15. Mai 2018, 13:58 Uhr

Jährlich landen bis zu 13 Millionen Tonnen Plastikmüll in den Ozeanen. Meerestiere verheddern sich darin oder verschlucken den Müll. Zudem zerfällt das Material und bildet Mikroplastik - kleine Kunststoff-Teilchen, die sich später auch in Trinkwasser und Nahrungsmitteln wiederfinden.

Nun haben Forscher im kaum erforschten Marianengraben eine Plastiktüte gefunden. Ein Novum. In dem Tiefseegraben im westlichen Pazifischen Ozean liegt in 10.911 Metern unter der Meeresoberfläche die tiefste bekannte Stelle der Weltmeere. Die Wissenschaftler waren auf die Tüte gestoßen, als sie Bildmaterial in der "Deep-Sea Debris Database" sichteten, einer in 30 Jahren entstandenen Foto-Sammlung, die erst kürzlich der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde.

Und auch grundsätzlich scheint der Marianengraben besonders anfällig für Verschmutzung zu sein. Eine Anfang des Jahres veröffentlichte Studie zeigt, dass Teile des Tiefseegrabens stärker verschmutzt sind, als einige der am stärksten verschmutzten Flüsse in China.

Auswirkungen auf norddeutsche Küstenregionen

Die Auswirkungen der Meeresverschmutzung scheinen dramatisch: Schon 2050 könnte das Gewicht des in den Ozeanen treibenden Plastiks größer sein als das Gesamtgewicht der dort lebenden Fische - wenn nicht mehr gegen den Müll getan werde, warnte UN-Generalsekretär António Guterres bei der ersten UN-Konferenz zum Schutz der Meere im vergangenen Jahr. Doch nicht nur Staaten ringen um gemeinsame Positionen, auch Unternehmer planen Systemlösungen, was nicht einfach ist.

Das wird auch an den deutschen Küsten sichtbar. Nach jüngsten Daten des Umweltbundesamts finden sich in den Küstenregionen auf 100 Metern Strand durchschnittlich 389 Müllteile - eine Zahl, die ohne die funktionierende Abfallwirtschaft in Deutschland nach Ansicht von Experten weit höher wäre.

(mit dpa)

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