Preise für Makroökonomen : Wirtschaftsnobelpreis für US-Forscher Williams Nordhaus und Paul Romer

Paul Romer (links) und William Nordhaus werden mit dem Wirtschaftsnobelpreis 2019 geehrt. Fotos: Shawn Thew/EPA/dpa, imago/UPI Photo
Paul Romer (links) und William Nordhaus werden mit dem Wirtschaftsnobelpreis 2019 geehrt. Fotos: Shawn Thew/EPA/dpa, imago/UPI Photo

Einer der Ökonomen war so überrascht, dass er zuerst nicht ans Telefon ging.

svz.de von
08. Oktober 2018, 13:52 Uhr

Stockholm | Der Nobelpreis für Wirtschaft geht in diesem Jahr an die beiden US-Ökonomen William D. Nordhaus und Paul M. Romer. Das gab die Königlich-Schwedische Wissenschaftsakademie am Montag in Stockholm bekannt.

Dabei hätte Romer das entscheidende Telefonat mit dem Nobel-Komitee beinahe verpasst. "Ich bekam heute Morgen zwei Anrufe und haben keinen davon beantwortet, weil ich dachte, es wären Spam-Anrufe", sagte Romer am Telefon während der Bekanntgabe der diesjährigen Preisträger für Wirtschaft. Am Ende haben man dann doch den Kontakt herstellen können, zeigte sich Göran Hansson, Sekretär der Königlich-Schwedischen Wissenschaftsakademie, erleichtert.

Nordhaus und Romer werden gemeinsam für ihre Arbeiten rund um Klimawandel und technologische Innovation ausgezeichnet. Ihre Forschung habe erheblich zu einem besseren Verständnis von nachhaltigem Wirtschaftswachstum im Zusammenhang mit Klimawandel und technischem Fortschritt beigetragen, erklärte die Akademie. Beide lehren an bekannten US-Universitäten. Der 1941 geborene Nordhaus ist Professor an der Yale University, Romer arbeitet an der Stern School of Business der New York University.

Nordhaus' Forschung sei preiswürdig, weil er zeige, wie klimaschädliche Emissionen eingegrenzt werden könnten, wenn es ein globales System der CO2-Steuern gebe, schreibt die Akademie. "Er war der erste Mensch, der ein quantitatives Modell entwickelte, das das Zusammenspiel von Wirtschaft und Klima beschreibt."

Romers Forschungen hätten dagegen den Grundstein für die "endogene Wachstumstheorie" gelegt, wonach Unternehmen aus wirtschaftlichen Gründen ihre Innovation steigern: Wirtschaftswachstum durch die Anhäufung neuer Ideen. "Die Theorie hat enorme Mengen neuer Ansätze über Regulierungen und Strategien hervorgebracht, um neue Ideen und langfristigen Wohlstand zu fördern."

Bisher ein deutscher Preisträger

Der Wirtschaftspreis gehört – anders als die Auszeichnungen für Medizin, Physik, Chemie, Literatur und Frieden – nicht zu den klassischen Nobelpreisen. Im Testament des schwedischen Industriellen Alfred Nobel taucht er nicht auf. Die schwedische Reichsbank stiftete den Preis erst 1968 im Gedenken an Nobel.

Seit der ersten Verleihung 1969 wurden vor allem Ökonomen aus den USA ausgezeichnet. Nur ein Deutscher wurde bisher geehrt: der Bonner Spieltheoretiker Reinhard Selten im Jahr 1994.

Vergangenes Jahr zeichnete die Königlich-Schwedische Wissenschaftsakademie den US-amerikanischen Forscher Richard Thaler für seine Arbeiten zur Verhaltensökonomie aus. Seine Forschung, so die Jury, habe bedeutsam zum Verständnis der Psychologie der Ökonomie beigetragen. Die mit neun Millionen schwedischen Kronen (rund 870.000 Euro) dotierte Auszeichnung wird gemeinsam mit den traditionellen Nobelpreisen am 10. Dezember – dem Todestag Nobels – in Stockholm verliehen.

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