Einfluss der sozialen Kontakte : Studie beweist: Kinderkriegen ist tatsächlich "ansteckend"

Kinderkriegen kann tatsächlich 'ansteckend' sein.
Kinderkriegen kann tatsächlich "ansteckend" sein.

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11. Februar 2020, 18:33 Uhr

Kinderkriegen ist offenbar "ansteckend": Das ist das Ergebnis einer Studie der Bamberger Familienforschung zu den Auswirkungen sozialer Kontakte auf die Fertilität. "Es ist wahrscheinlicher, ein Kind zu bekommen, wenn Geschwister, Kolleginnen und Kollegen eines bekommen", sagte Henriette Engelhardt-Wölfler von der Universität Bamberg am Dienstag. Die Wissenschaftler stellten dabei erstmals netzwerkübergreifende Effekte fest. Das bedeute, wenn eine Person von Kolleginnen oder Kollegen mit dem Kinderwunsch "angesteckt" werde, beeinflusse sie etwa Geschwister und diese dann wieder das Arbeitsumfeld.

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Es gibt auch den umgekehrten Effekt

Für ihre Studie haben Wissenschaftler aus Bamberg, von der Humboldt-Universität in Berlin sowie aus Amsterdam Daten aus dem "System of Social Statistical Datasets" (SSD) ausgewertet. Dort sind Registerdaten aller Einwohner der Niederlande verknüpft, zum Beispiel Angaben über Geschwister und Arbeitgeber, so dass das Forschungsteam beide Bereiche miteinander verbinden konnte.

Demnach gibt es beim Kinderkriegen auch einen umgekehrten Effekt. Menschen im gebärfähigen Alter, die kaum Geburten in ihrem Umfeld miterlebten, bekämen mit niedrigerer Wahrscheinlichkeit Kinder. Die Mechanismen, die der "Ansteckung" zugrunde lägen, könnten mit den vorliegenden Daten jedoch nicht detailliert untersucht werden, so die Wissenschaftler.

Studie mit 100.000 Euro gefördert

Die Ergebnisse wurden im Januar 2020 in der Fachzeitschrift "Demography" veröffentlicht. Die Studie wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit rund 100.000 Euro gefördert. Sie ist angesiedelt am Staatsinstitut für Familienforschung an der Universität Bamberg (ifb). Das ifb ist nach eigenen Angaben deutschlandweit das einzige sozialwissenschaftliche Forschungsinstitut, das sich ausschließlich der Familie widmet. Gegründet wurde es 1994 als wissenschaftlich unabhängiges Institut.

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